Die Serie mit Interviews der Allacher Buam mit ihrer persönlichen Sicht auf die Jugendbundesligasaison startete in unserem Hallenheft mit dem Erreichen der Meisterrunde. Und eigentlich wäre sie dort auch noch fortgeführt worden…

Nachdem nun aber der Handball ruht und die Saison 2019/20 zu Ende ist, sollen die Interviews hier auf der Homepage erscheinen.


 

Jetzt kommen unsere Trainer kommen zu Wort!


Andreas Krauß, Trainer

 

1. Andi, du bist zum Ende der B-Jugendsaison zu dieser Mannschaft nach Allach gekommen, damals spielten die Jungs beim SC DHfK Leipzig um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Was hat sich seitdem alles im Team getan?

 

Es war im Nachhinein der Start zu etwas Großem und Außergewöhnlichem für den TSV Allach und auch für München und die Region, die Jungs haben vom ersten Training an gezeigt, was ihr Ziel ist JBLH. Es folgte eine holprige und am Ende eine glückliche Qualifikation für die A-Jugend Bayernliga, dank des TSV Simbach, der das entscheidende Spiel gegen Weilheim gewann und wir somit qualifiziert waren, nach einer kurzen Pause starteten wir mit der Vorbereitung mit vier Trainings pro Woche und Trainingslager in Bartholomä. Hier zeigte sich, wie fokussiert die Jungs auf ihr großes Ziel trainierten. Dies wurde dann in der Bayernliga recht deutlich, die Jungs steigerten sich von Spiel zu Spiel und nur ein harzloses Spiel in Eibach dampfte etwas die Erfolgsspur, am Ende wurden wir verdient Bayrischer Meister. Mit den Spielern Tomo, Vitus, Marco, Tobi Schimpf, Felix und Philipp wurde der starke Kader nun auch in der Breite enorm verstärkt. Obwohl für einige Spieler auch das Abi vor der Tür stand, gab es 4-5 Trainingseinheiten pro Woche und ein viertägiges Trainingslager in Bartholomä, bei denen niemand fehlte. Am Ende der Vorbereitung hatten wir einen eingeschworenen Haufen motivierter, selbstbewusster Spieler, für die es nur ein Ziel gab: JBLH. Die Qualirunden hatten es in sich, Spannung, Jubel, Emotionen, Siege und Niederlagen. Das letzte Qualispiel gegen Balingen in Balingen hatte alles in sich, ich denke, die Kabine hat so viel Adrenalin und Siegeswillen und Emotionen noch die erlebt, die Kabine bebte und jeder war in einem Tunnel, so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Es folgte die bitte Niederlage und das eventuelle Aus. Die letzte Chance gab es eine Woche später: in einem Dreierturnier wurde der letzte freie Platz ausgespielt. Hier zeigten Jungs nochmal alles Kampfgeist, Spielwitz, Tempo und Teamspirit, wir gewannen und die Freude war riesig. Eltern, Spieler, Freunde, alle lagen sich in den Armen. Ja, es war geschafft „JBLH wir kommen!“ Es wurde DIE Saison. Die Jungs wollten schnellen, kämpferischen, harten, modernen und als Mannschaft geschlossenen Handball zeigen, und wie sie es taten! Es entstand ein Handball-Hype in München. Mit dem Erreichen der Meisterrunde, mit dem niemand gerechnet hatte, waren die Jungs in aller Munde, es ist auch für mich ein Wahnsinnserlebnis gewesen mit diesen Jungs vor diesem tollen mitfiebernden Publikum von 500 -800 Person gegen Mannschaften wie Minden, Gummersbach, Wetzlar und zu guter Letzt gegen den neuen Meister Füchse Berlin zu spielen. Leider kam Corona und diese außergewöhnliche Mannschaft musste von heute auf morgen den Spielbetrieb einstellen, sie konnte sich nicht von diesem super Publikum, ihren Freunden und Eltern wie geplant verabschieden, sie haben mit Erreichen der Meisterrunde und der damit verbundenen Qualifikation für die Saison 20/21 der nun neuen A-Jugend die Qualirunden erspart, aber auch die Messlatte sehr hoch gelegt.

 

2. Du hast schon sehr viele verschiedene Mannschaften in deiner Handballkarriere trainiert. Was verbindest du mit den Allacher Buam?

 

Es ist wohl DIE Mannschaft, in meiner Trainerzeit, es war DIE Mannschaft, die uns Trainern alles gegeben und abverlangt hat, es war DIE  Mannschaft, die mir sehr viel Freude bereitet hat, es war DIE Mannschaft, auf die ich wahnsinnig stolz bin, denn sie haben sich einen Namen in Handball-Deutschland erarbeitet und ich war dabei. Es war DIE Mannschaft mit unterschiedlichen Charakteren, aber mit einem Ziel und das haben sie gemeinsam geschafft. Die Art und Weise der Jungs hat mich schwer beeindruckt, so etwas gibt es nicht so oft im Jungendbereich.

 

3. Du warst bei 19 Spielen der diesjährigen Saison als Hauptverantwortlicher auf der Bank, du hast einen Großteil der Trainings geleitet, warst in jedem Trainingslager dabei und das sind nur die rein handballerischen Termine, die dich in der Saison betroffen haben. Wie „handballverrückt“ muss man eigentlich sein, dass man das neben einem Vollzeitjob alles bewältigt?

 

Vorab SEHR, aber wenn man so eine willige talentierte Mannschaft von Handballverrückten trainiert, dann fällt es einem nicht so schwer alles möglich zu machen um sie zu ihrem Ziel zu führen. Einer alleine wäre aber nicht in der Lage dies zu schaffen, daher war es auch sehr wichtig ein Trainerteam mit David, Fabi, Mario und Sandor an der Seite zu haben. Und für mich enorm wichtig das ORGA –Team, ihr habt uns so viel an Arbeit abgenommen einfach irre, alleine die Reiseplanungen und Übernachtungsbuchungen, die Heimspielorganisation, Betreuung der Jungs im Bus Nudelsalat etc., Spaghettiessen vor jedem Heimspiel, dieses Gesamtpaket, Mannschaft, Eltern, Verein, ORGA Team und dieses super Publikum macht es mir leicht hanballverrückt zu sein.

 

4. Lass uns an deinen Gedanken bezüglich der Jugendbundesligamannschaft der Saison 2020/21 teilhaben. Vorausgesetzt, dass ein einigermaßen geordneter Spielbetrieb ab Herbst möglich sein wird und ihr eure Vorbereitung bis dahin auch solide gestalten könnt, welche Pläne und Ziele gibt es?

 

Es ist im Moment etwas schwierig, Corona hat uns alle kalt erwischt, niemand kann im Moment sagen, wann es wie weitergeht, wir wollen für die nächste Saison wieder eine schlagkräftige und spielerisch starke Mannschaft formen, die den Spirit der letzten so erfolgreichen A- Jugend aufnimmt und den in der letzten Saison erarbeiteten Respekt in der JBLH verteidigt. Die geplanten Turniere Schweiz, Gelnhausen sowie das 5-tägige Trainingslager in Ungarn stehen, außer Corona ist kein Handballer. Ich hoffe natürlich, dass die neu zu uns kommenden Spieler diese Herausforderung genauso annehmen wie ihre Vorgänger und die direkte Qualifikation wieder schaffen, denn es ist schon etwas Besonderes durch Deutschland zu tingeln und gegen diese Mannschaften zu spielen.


Fabian Heck, Trainer

 

1. Fabi, diese Jugendbundesligasaison ist deine dritte gemeinsame Saison mit der „Kernmannschaft“ der Allacher Buam. 2017/18 wurde das Team Bayerischer Vizemeister der B-Jugend und 2018/19 Bayerischer Meister in der A-Jugend. Zur Vorbereitung auf die angestrebte Jugendbundesligasaison wurde das Team ab Februar 2019 durch einige Spieler von außen verstärkt. Wie siehst du dieses Aufstocken auf einen etwa gleichstarken 16er Kader rückblickend aus Sicht des Trainers? Welche Herausforderungen gab es für Team und Trainer in diesem Zusammenhang zu bewältigen?

 

Ui. Das ist lange her.

Nun ja. Das Thema ist erst mal komplexer, als es im ersten Moment aussieht und tatsächlich waren es 18. Grundsätzlich kann man die Frage, wie ich die Aufstockung sehe, in zwei Bereiche unterteilen.

Zum einen kann die Integration externer Spieler die Erweiterung der individuellen handballerischen Qualität und Variabilität mit sich bringen. Zum anderen ist ja jedem klar, dass man die letzten fehlenden Prozent in der Trainingsintensität im Prinzip nur durch Konkurrenz und Wettkampf herauskitzeln kann. Diesen Effekt erzielt man sofort, wenn man mehr Spieler in einer Mannschaft hat, als Plätze auf dem Spielberichtsbogen. Auch wenn man sagen kann, dass die Mannschaft vorher schon durch ihre hohe Bereitschaft, Disziplin und den unbändigen Willen, das lange geplante Ziel JBLH zu erreichen, bemerkenswert nah an ein Optimum an Intensität und Qualität herankam, so lässt sich dennoch festhalten, dass die oben genannten Steigerungen alle eingetreten sind.

Die Herausforderungen sind ebenfalls vielschichtig. Auf der Hand liegt, dass man mit einem Kader über 14 immer in die Situation kommen wird, Spieler nicht nominieren zu können. Diese Situation war für uns komplett neu und wir mussten als Trainer erstmal lernen, sie zu moderieren, denn eins ist klar, bei dieser tollen Mannschaft haben wir uns nicht ein einziges Mal leicht getan, einen der Spieler nicht nominieren zu können. Aber die betroffenen Jungs sind sehr professionell damit umgegangen und haben uns somit auch geholfen dies zu lernen.

Dazu kommt, dass man im Training deutlich mehr Spieler zu betreuen hat. Man muss dann natürlich mehr im Blick haben, Korrekturen besser timen, aber vor allem deutlich komplexer trainieren, um die Intensität für Körper und Geist hoch zu halten (insbesondere bei der engen Hallensituation). Als Trainer musst du zudem die neuen Spieler kennen und verstehen lernen und auch die Absprachen im Trainerteam werden durch all diese Faktoren umfangreicher.

Außerdem muss man es eben schaffen, das bestehende, sehr gute Konstrukt, noch besser zu machen. Da muss die Integration klappen.

Alles in allem ist all das aber auch eine Riesenchance, sich als Trainer und Trainerteam zu verbessern.

 

2. Beschreibe doch kurz, wie du die verschiedenen Quali-Runden hin zur Jugendbundesliga empfunden hast.

 

Hart und zehrend.

In die Vorquali starteten wir mit der Ungewissheit, wo genau wir stehen und wie wir unter Druck agieren. Klar war das nur ein Rankingturnier, aber wir wollten unbedingt erster werden, um das erste Qualiturnier daheim spielen zu können. Insbesondere gegen Erlangen konnte die Mannschaft absolut überzeugen und war von der ersten Sekunde an präsent. Gegen Rimpar hingegen war irgendwie eine gewisse Lähmung zu spüren und das Remis, das zu Platz eins reichte, war hinten raus mit Herz und Charakter, aber insgesamt doch sehr glücklich. Dennoch hat uns dieses Spiel vielleicht den absoluten Glauben an die Erfüllung des Ziels gebracht.

Das zweite Turnier haben wir zu Hause dann dominiert. Wir wussten ja auch hier nicht um die Stärke der Gegner, aber mit dem Weiterkommen hatten wir fest gerechnet.

Beim Turnier 3 in Balingen waren wir dem Ziel ja schon nah. Hier machte sich aber dann doch bemerkbar, dass wir noch nicht so erfahren auf diesem Niveau waren. Wir sind in alle Spiele nicht von Beginn an sofort reingekommen. Haben die Aufgaben gegen Schutterwald und Coburg zwar ordentlich gelöst, gegen Erlangen fehlte aber eine große Portion Selbstvertrauen und Selbstverständnis. Somit war deren Sieg gegen uns ein klarer Fingerzeig, dass unter großem Druck noch nicht alles rund läuft.

Gegen Balingen hatten wir einen ähnlich schlechten Start, aber dann haben wir uns mit einer deutlichen Steigerung und Willenskraft zurückgekämpft. Am Ende gab es einige unglücklich bewertete Aktionen und leider auch zu viele freie Fehlwürfe.

Wir hatten aber Glück, das letzte Turnier wieder zu Hause zu haben. Aus meiner Sicht war dieses Turnier schwächer besetzt als das dritte und mit all dem Frust vom Vorturnier wurde in der Woche nochmal einer draufgepackt. Diesmal war die Mannschaft in jedem Spiel von Beginn an da und hat auch nie Zweifel aufkommen lassen, dass das unser Tag wird.

Alles in allem war es ein sehr strapaziöser, aber für alle auch lehrreicher Weg, der uns in der Hinrunde der Saison auf jeden Fall entgegen kam, da die Mannschaft nochmal enger zusammengerückt ist und in höchster Wettkampfpraxis Erfahrung sammeln konnte.

Die größte Grenzerfahrung für mich war aber, dass meine Frau Tabea mit unserem ersten Kind hoch schwanger war und ich quasi zu jedem Zeitpunkt mit den Wehen rechnete. Ich bin froh, dass sie mich dennoch immer hat gehen lassen.

 

3. Die Spielsaison war extrem eng getaktet. Anfang September ging es los, Mitte November waren die neun Begegnungen der Hinrunde beendet. Die Allacher A-Jugendlichen konnten sich dann mit ihrem 2. Platz die Teilnahme an der Meisterrunde sichern. Erster Spieltag dann am 30.11.19 und nach der Weihnachtspause dann komplett jedes Wochenende ein Spiel… Wie muss man sich hier einen Trainingsaufbau vorstellen, wenn effektiv nur fünf Tage, also maximal drei/ vier Trainingseinheiten  zwischen den Spielwochenenden liegen?

 

Der wöchentliche Spielbetrieb ist ja nicht neu. Neu ist nur, dass man gegen Mannschaften antritt, die ganz andere strukturelle Möglichkeiten haben.

Wir müssen uns hier top strukturieren und mit hoher Konzentration und Disziplin trainieren.

Montag trainieren wir daher Athletik. David passt das auf die Belastung am Wochenende an.

Dienstag ist eher allgemein die Verbesserung in individuellen und gruppentaktischen Bereichen. Je nach Stand der Dinge liegt der Schwerpunkt in Angriff oder Abwehr. In der Regel habe ich mich zu diesem Zeitpunkt auch bereits mit Andi über den kommenden Gegner ausgetauscht und wir passen die Trainingsformen schon dahingehend an.

Spätestens Mittwoch ist dies aber auf jeden Fall geschehen und die Vorbereitung auf den kommenden Gegner beginnt gezielter. Oft mit der Anpassung von Auslöse- und Folgehandlungen.

Freitag schauen wird dann Video. Sandor bereitet das hervorragend vor. Und anschließend stellen wir die Mannschaft dann komplett auf den kommenden Gegner ein.

Mannschaften, deren schulisches Umfeld auf den Trainings- und Spielbetrieb angepasst ist und die deutlich höhere Hallenverfügbarkeiten und somit mehr Einheiten haben, in denen sie die allgemeinen handballerischen und athletischen Fähigkeiten ausbauen können, aber auch die spezifische Einstellung auf den Gegner intensiver betreiben können, haben hier zwar einen gefühlten Vorteil, unsere Jungs können jedoch auf Grund der Eingespieltheit die Dinge sehr schnell umsetzen und man sieht, dass auch das ein guter Weg ist.


Sandor Virag, Trainer (Videoanalyse)

 

1. Sandor, nach der Beendigung deiner eigenen Spielerkarriere hast du dich mit großem Enthusiasmus der Trainerausbildung gewidmet, zuerst hast du die C-Lizenz erworben und nur wenig später die B-Lizenz. In dieser Saison hast du die männliche B-Jugend in trainiert, und bist parallel dazu in der A-Jugend eingestiegen und warst unter anderem bei fast allen Auswärtspartien dabei. Hinzu kommt dein Engagement beim BHV. Ein sehr großes Pensum! Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

 

Nach meiner eigenen Spielerkarriere war es für mich schnell klar, dass ich als Trainer einsteigen will. Den Wechsel vom aktiven Spieler zum Trainer habe ich eigentlich gar nicht realisiert, da ich heute genauso oft oder sogar noch öfter in der Halle stehe. Ich stelle mir auch oft die Frage, wie ich das alles zeitlich hinbekommen kann…Ich habe beschlossen nur dann eine dieser Aufgaben abzugeben, wenn ich es selber an mir merke, dass ich bei einer nicht mehr hundert Prozent geben kann. Diese Saison hat es aber noch ganz gut funktioniert.

 

2. Für die männliche A-Jugend hast du jetzt vor allem den Bereich der Videoanalyse übernommen. Wie muss man sich die Vorbereitung auf eine solche 20-30minütige Analyseeinheit in Vorbereitung auf den jeweils anstehenden Spieltag mit der Mannschaft vorstellen?

 

Der Bereich Analyse bekommt immer mehr Bedeutung im Handball und ich selbst finde ihn auch sehr interessant. Videoanalyse ist ein sehr wichtiger Teil der Vorbereitung. Vor allem in der Jugendbundesliga ist es notwendig die jeweiligen Gegner zu analysieren und eine Spielstrategie auszuarbeiten. Bei uns beginnt die Arbeit damit schon Anfang der Woche, da wählen wir gemeinsam mit dem Trainerteam das Spiel oder Spiele aus, die ich während der Woche dann analysieren kann. Dies kostet mich im Allgemeinem 2 bis 2.5 Stunden. Ende der Woche am Freitag vor dem Abschlusstraining schauen wir uns dann mit den Spielern eine 20-30minütige Präsentation an, die wir anschließend besprechen und nochmals gemeinsam analysieren.  

 

3. Du hast selbst viele Jahre hochklassig Handball gespielt. Welchen Einfluss hatte ein Trainer oder hatten mehrere Trainer auf deine handballerische Entwicklung? Welches Gefühl ist es nun für dich als Trainer, wenn man du mit talentierten Jugendlichen arbeitest und deren Entwicklung unterstützt?

 

Ich hatte als Kind das Glück im Pick Szeged Internat sozusagen aufzuwachsen. Damals war dies das beste Nachwuchszentrum von Ungarn und unsere Herrenmannschaft war schon damals wie auch heute stabiler Teilnehmer an der Champions League. Nicht selten hatte ich wöchentlich 12-13 Trainingseinheiten und 4-5 Spiele. Dazu kamen noch die Lehrgänge der Jugendnationalmannschaft. Das bedeutet natürlich, dass ich mit vielen guten Trainern zusammenarbeiten durfte. So wäre es sehr schwer, einen davon hervorzuheben. Ich war mir schon sehr früh sicher, dass ich später auch mal im Nachwuchsbereich arbeiten möchte. Hier sieht man von Tag zu Tag und Woche für Woche die handballerische und persönliche Entwicklung der Jugendlichen. Dies ist eine große Herausforderung, die mich reizt und bewegt und mir gleichzeitig auch großen Spaß macht.


Mario Sommer, Torwarttrainer

 

1. Mario, du begleitest die jetzigen Spieler der Jugendbundesliga schon seit der C-Jugend, kennst also alle Facetten der Mannschaftsentwicklung. Welche Spiele, welche Saison, welches Turnier oder Trainingslager sind dir denn besonders im Gedächtnis geblieben?

 

Immer noch präsent ist natürlich die Meistersaison mit der C-Jugendsaison 2015/2016 und da insbesondere die immer knappen Spiele auf Augenhöhe gegen die Jungs von der HC Erlangen, die in dieser Saison zu unseren Gunsten ausfielen. Dies wurde nur noch getoppt zwei Jahre später von der B-Jugend ebenfalls in Erlangen mit dem Last-Second-Ausgleich durch Fabi Winter, und natürlich die diesjährige BL-Saison. Die Kulisse bei jedem HeimSpiel, einfach phänomenal. Nochmals danke an das Publikum.

 

2. Die Torhüter standen natürlich in deiner besonderen Verantwortung, welche Entwicklungen „deiner Schützlinge“ freuen dich hier besonders?

 

Also einen Torhüter aus der Torhütergruppe herauszunehmen gestaltet sich schwierig. Jeder "meiner" Torhüter hat seine Qualitäten in Teilbereichen. Als Gesamtpaket ist natürlich  Louis herauszunehmen, da ist es am stimmigsten. Aber bei jeden von der bisherigen A-Jugend gibt es noch Entwicklungspotential.

 

3. Torhüter zu werden geschieht ja nicht immer ganz freiwillig. Mal ist es der größte oder der kleinste, der jüngste oder der älteste Spieler, der ins Tor „muss“, weil eben gerade niemand anderes da ist. Wie entwickelt sich aus deiner Sicht eine Liebe zur Position des Torwarts? Warst du selbst in deiner aktiven Zeit ein „freiwilliger“ oder ein „unfreiwilliger“ Torwart?

 

Also die Torhüterposition ist auch bei der Mannschaftssportart Handball eine exponierte Position und vielleicht entwickelt sich daraus die Liebe zu dieser Position. Mal bist du der Held, aber auch schnell der Depp ???? Und es ist auch ein gewisser Nervenkitzel sich teils aus kurzer Distanz die Bälle um die Ohren fliegen zu lassen, also auch etwas masochistisch. Bei mir war der Wechsel vom Feld (Kreisläufer/Linksaußen) ins Tor eher unfreiwillig. Ich hatte bei meinem ersten Herrentrainer nicht gerade einen Stein im Brett und war auf dem Abstellgleis. Erst anlässlich eines Trainingsspiels, als kein TW zur Verfügung stand (Anm.: damals spielte ich in Traunstein) bekam ich nochmals eine Chance, diesmal im Tor. Dort bin ich dann geblieben. Ich war da schon 17 Jahre. Im Übrigen war der Trainer dann ziemlich schnell weg, was hoffentlich nicht an meinen Leistungen als Torwartnovize lag ????


David Holzer, Athletiktrainer

 

1. David, was denkt sich der Athletikcoach, wenn in Vorberichten anderer Teams davor gewarnt wird, dass man die Allacher Buam möglichst nicht ins Laufen kommen lassen solle und möglichst das schnelle Spiel unterbinden müsse?

 

Ich denke mir, dass die gegnerischen Trainer eine gute Spielanalyse gemacht haben. Vor allem die Quali und die Vorrunde haben gezeigt, dass die vielen Stunden der Vorbereitung, insbesondere im konditionellen Bereich und der Kraftausdauer, in einigen Spielsituationen den Unterschied gemacht haben: „Die Beine ernähren den Wolf.“ Mein Lieblingszitat aus dem Film „The Miracle“.  Das hat sich unbedingt ausgezahlt.

Das Team hat, anders als die meisten unserer Gegner, keinen Ausnahmespieler. Das Erfolgskriterium: Zusammenhalt. Man ist eine echte Einheit auf Augenhöhe. Darüber hinaus habe ich in den 25 Jahren, in denen ich Handballmannschaften trainieren darf, noch nie einen Verbund an Individuen erlebt, der so fokussiert und in seiner Orientierung klar war. Die Mischung aus Tunnelblick, Spaß und kindlicher Freude hat für mich Seltenheitswert – vorbildlich und absolut nachahmenswert. All das mündete in einer Siegermentalität, die einigen Mannschaften weiche Knie gemacht hat – der unbedingte Glaube, der Zusammenhalt und ohne Allüren hat jeder jedem jeden Erfolg gegönnt. Das Athletiktraining war nur ein Puzzleteil. Nicht mehr, aber ganz sicher auch nicht weniger.

 

2. In einem Team hat jeder seine Aufgabe, jeder seine Spielposition und das auch aufgrund seiner körperlichen Veranlagung. Von Homogenität kann man hier also nicht ausgehen. Wie schafft man es als Athletiktrainer am besten, dass niemand frustriert aus einem Training geht? Welche Rolle spielt Mannschaftsgeist im Fitnessraum?

 

Ein Trainingsprinzip, das für mich Credo ist, lautet: Different trumps same. Abwechslung steht für mich ganz oben. Immer nur Kartoffelsalat funktioniert nicht. Es ist verblüffend, welche Wirkung Kreativität im Kraftraum auf die Leistung hat. Es ist zwar noch immer hart, aber das Betreten neuer Erfahrungswelten erweitert den Blick für jeden Einzelnen und schafft andere Zugänge zum eigenen Körpergefühl. In Verbindung mit kleinen Wettbewerben, musikalischer Untermalung und realistischen Herausforderungen steht dem Leistungssprung fast nichts mehr im Weg. Und interessanterweise findet jeder seine Qualitäten schnell heraus. Der eine springt höher, kann dafür aber weniger Liegestütze. Der eine kann schneller laufen, schafft aber keine drei Klimmzüge. Und so hat JEDER seine individuellen Potentiale und kann an ihnen wachsen. Mannschaftsgeist ist im Kraftraum nicht weniger wichtig als auf der Platte. Man hilft sich, man motiviert sich gegenseitig, man packt zu und schont sich nicht. Man gönnt dem anderen jeden Erfolg und gibt immer alles.

 

3. Du hast auch mit dem Team in Sachen Teambuilding gearbeitet. Wie lassen sich 17/18- Jährige hier führen und lenken und wann ist für dich persönlich ein Teambuilding erfolgreich?

 

Wir haben uns dafür explizit einen Tag in der Vorbereitung gegönnt. Für meine Begriffe viel zu wenig, aber es gibt kaum Lücken, in denen da mehr möglich gewesen wäre. Und streng genommen war jede Auswärtsfahrt eine Art Teambuilding – ganz gleich, ob man gewonnen oder verloren hatte. Das Teambuilding vor der Saison war gut. Es wurden Saisonziele besprochen und mit spielerischen Simulationen haben wir die Zusammenarbeit im Team analysiert und miteinander erlebt, was Kommunikation und Miteinander bedeuten kann, wenn man sich gemeinsam in Richtung eines Ziels bewegt. Für die Jungs war es eine willkommene Abwechslung. Wir haben viel gelacht und schon da hatte sich gezeigt, dass die Truppe einen engen Kontakt zueinander pflegt – vernetzt, verbunden, vertraut.

 

4. Derzeit, wenn alle Turnhallen geschlossen sind und Kontaktverbot herrscht, ist das individuelle Training besonders wichtig, damit die generelle Fitness der Spieler aufrechterhalten wird. Wie sieht das Fitnesstraining für die Jungs im Moment aus?

 

Mittlerweile hat sich eine Routine eingespielt. Zwei Tage Intervalltraining, ein Tag Grundlagenausdauer und Koordination und ein Tag Pause. Über WhatsApp spiele ich den Jungs Programme zu, die sie fleißig durchziehen. Es greifen die gleichen Prinzipien, von denen ich schon gesprochen habe. Und wieder zeigt sich: alle machen mit! Erst heute hatten wir auf dem Programm den wenig geliebten Shuttle-Run. Sinnvoll und effektiv, aber nicht sonderlich attraktiv. 21 Absolventen. Das nenne ich mal ordentlich. Die Krise ist auch eine Chance. Natürlich fehlt uns allen die Handballhalle. Aber Trübsal blasen ist keine Alternative. Langsam gehen mir zwar ein bisschen die Ideen aus, aber die wenigen Wochen stellen wir weiter gute Inhalte zusammen und freuen uns auf die gemeinsame Vorbereitung im Sommer.


 

Jetzt sind unsere 2002er an der Reihe, die als erfahrene Spieler der Saison 2019/20 in der neuen Spielzeit wieder voll angreifen wollen!


Felix Wöhler, RA

 

1. Felix, du hast dich in der vergangenen Bayernligasaison als damals noch B-Jugendlicher (Jg. 2002) in den jetzigen Kader der Bundesligamannschaft gespielt. Wo siehst du selbst deine Stärken auf der Position des Rechtsaußen?

 

Meine Stärken als Rechtsaußen sehe ich vor allem in den Wurfvarianten und meiner Sprungkraft. Diese habe ich vor allem Sandor zu verdanken, meinem B-Jugendtrainer vom letzten Jahr, aber auch dieses Jahr lerne ich mit der Unterstützung von David viel dazu, vor allem beim Anlauf und beim Absprung. Ich fühle mich auf meiner Position sauwohl und bin froh, dass ich in dieser geilen Mannschaft als Außen spielen darf!

 

2. Da du zum jüngeren Jahrgang gehörst, kannst du auch in der kommenden Saison noch einmal in der Jugendbundesliga mitspielen. Was bedeutet das für dich?

 

Es ist natürlich ein riesiger Erfolg, dass wir nächstes Jahr direkt qualifiziert sind und somit keine Quali spielen müssen. Es wird sehr schwierig wieder so eine Truppe wie dieses Jahr hinzubekommen, aber ich bin mir sicher, dass wir mit einigen Neuzugängen auch nächstes Jahr wieder eine gute Mannschaft haben werden. Außerdem haben wir nächstes Jahr dann auch schon teilweise Bundesligaerfahrung, was natürlich ein großer Vorteil ist.

 

3. In der Hinrunde haben die Allacher Buam besonders als Team gewonnen. Was ist deiner Meinung nach von der Mannschaft zu erwarten, wenn jetzt die „ganz großen Namen“ nach Allach kommen?

 

Am wichtigsten ist es meiner Meinung nach, dass man das „als Team gewinnen“ unbedingt beibehält und auch mindestens genauso viel Einsatz zeigt.

 

4. Auf welche der sieben Mannschaften der Meisterrunde freust du dich persönlich am meisten? (Anmerkung der Redaktion: Die Interviews wurden vor dem Abbruch der Bundesliga-Saison geführt)

 

Am meisten freue ich mich in der Meisterrunde auf das Heimspiel gegen die Füchse Berlin, wie wahrscheinlich auch alle anderen Allacher. Es ist unglaublich gegen solche Topmannschaften spielen zu dürfen und hoffentlich auch Konkurrenz zu zeigen. Ich finde es auch großartig, dass wir mal wieder gegen Bremen spielen. Schon auf einem Turnier in Hamburg haben wir gegen sie gespielt und immer waren sie ein Gegner auf Augenhöhe. Es freut mich auch, dass wir mal in den Norden fahren, auch wenn ich es schade finde, dass wir nicht in meiner Heimat Hamburg spielen, aber Bremen kommt nah ran.


Tomo Vistica, TW

 

1. Tomo, du bist als letzter der drei Torhüter in die A-Jugendmannschaft gekommen, warst aber ganz schnell im Team „zu Hause“. Erzähl doch mal, wie du Torhüter beim TSV Allach geworden bist.

 

Ich habe schon mit der HAB in der vergangenen Saison Jungendbundesliga gespielt, aber ich wollte weiterhin hochklassig spielen. Die Allacher Mannschaft hat mich zu einem Wochentrainingslager eingeladen, wo ich mein Können gezeigt habe und so ein Teil der besonderen Mannschaft geworden bin.

 

2. Als Torhüter ist man bei Spielen zum einen Teil der Mannschaft, zum anderen aber auch auf sich allein gestellt. Wie hältst du die Konzentration und Motivation im Spiel hoch?

 

Es fängt immer mit der Aufwärmmusik an, mit Hilfe welcher ich meine Gedanken frei bekomme und so bereit für das Spiel bin. Die Jungs motivieren sich immer gegenseitig. Ich versuche alles auszuschalten und konzentriere mich nur auf den Ball.

Bei guten Aktionen im Spiel lässt man seine Emotionen raus und so bleibt man motiviert und konzentriert.

 

3. Jetzt bei der Handball-EM standen ja auch vielfach die Torhüter im Fokus der Aufmerksamkeit. Hast du selbst einen Lieblingstorhüter oder einen „Torhüter-Typ“, von dem du dir vielleicht sogar gerne etwas abschaust?

 

Der Torhüter ist leider in der Rente, er ist meiner Meinung nach der beste in der Handballgeschichte, denn seine Technik und sein Stellungsspiel waren fast fehlerfrei. Ich versuche so viel wie möglich in mein Spiel einzubauen, dennoch muss jeder sei Torhüter-Style selber herausfinden. Der Torhüter, über den ich geredet habe, ist Thierry Omeyer.


Stephan Seitz, RR

 

1. Stephan, vielleicht bist du derjenige Spieler der Mannschaft, der schon am allerlängsten Handballball spielt, wobei du ja auch sehr lange noch parallel beim Fußball sehr aktiv und erfolgreich warst. Erzähl doch mal, welche Rolle Bälle in deiner Kindheit und Jugend bis heute gespielt haben.

 

Schon seit ich klein bin faszinieren mich fast alle Ballsportarten. Fußball und Handball waren da eben in Allach vertreten. Bis heute spiele ich fast genauso gerne im Urlaub Volleyball oder Basketball in meiner Freizeit. Das bringt einen denke ich auch beim Handball weiter. Von den anderen Sportarten kann man sich vieles abschauen und es übernehmen.

 

2. Du bist ein Spieler, der auf der Platte immer hundert Prozent gibt. Dabei stellst du an dich selbst die höchsten Ansprüche. Wie gehst du damit um, wenn es mal nicht so läuft, was ja ganz normal ist? Wie schafft ihr es im Team mit Niederlagen fertig zu werden?

 

Ich persönlich kann nur sehr schlecht mit Niederlagen umgehen. Meistens bin ich dann sehr genervt und brauche etwas Zeit für mich. Das gute am Mannschaftssport ist aber, dass man da ja verschiedene Typen hat. Der ein oder andere kann damit auch besser umgehen und das hilft einem dann schon sehr, wieder nach vorne zu schauen.

 

3. Du hast einen unglaublichen Zug zum Tor, jede Menge Spielwitz, Trainingsfleiß und Ehrgeiz und noch dazu bist du Linkshänder… Damit hast du viele Voraussetzungen, um im Handball voranzukommen. Was sind denn deine sportlichen und beruflichen Ziele in den nächsten Jahren?

 

Aufgrund der aktuellen Lage kann man ja leider nicht kurz- und mittelfristig planen, aber ich gehe davon aus, dass ich in diesem Jahr mein Abitur schreiben werde. Dann möchte ich anfangen zu studieren. Sportlich habe ich kein festes Ziel, das ich erreichen möchte, weil das ja auch so nicht planbar ist. Ich möchte einfach so weit kommen wie möglich und dann schauen, für was es reicht. Ich möchte dabei kein festes Ziel haben, weil ich nicht zu verbissen an die Sache herangehen will. Mir ist auch immer der Spaß mit der Mannschaft wichtig.


Cedric Riesner, KM

 

1. Cedric, du bist auch einer derjenigen Spieler im Team, die bereits seit der E-Jugend bei Allach spielen. Was verbindest du mit dieser Mannschaft?

 

Ganz klar Freundschaft! Über die lange Zeit und das hohe Pensum ist das Team immer näher zusammengerückt. Es haben sich nicht nur Freundschaften auf dem Feld, sondern auch neben dem Feld gebildet. Außerdem muss man erwähnen, dass Zusammenhalt und vor allem mannschaftliche Geschlossenheit großgeschrieben wird. Zudem hat man in jeder Situation was zu lachen.... Jedoch weiß das Team, wann es drauf ankommt und wann man ernst sein sollte.

 

2. Aufgrund deiner Größe und Kraft spielst du seit längerem auf der Kreisposition, davor warst du, eben auch aufgrund dieser Eigenschaften, meist auf der Halbposition zu sehen. Was gefällt dir persönlich beim Spielen am Kreis bzw. im Rückraum?

 

Eine richtige Antwort auf diese Frage gibt es eigentlich nicht.  Es ist, denke ich mal, für jeden zweitrangig, auf welcher Position man spielt, wenn man dem Team dadurch weiterhelfen kann. Klar kann man sagen, dass man im Rückraum das Spiel mehr leitet...aber da ein Handballteam nur gut funktioniert, wenn alle 7 Spieler funktionieren, ist vor allem auch die passive Arbeit am Kreis für die Rückraumspieler wichtig, um ihnen Räume und eine Anspielmöglichkeit zu schaffen und für sie zu arbeiten.

 

3. Seit dieser Saison trainierst du regelmäßig in der Drittligamannschaft bei Fürstenfeldbruck und wenn es der JBLH-Spielplan erlaubt, dann bist du auch an Spieltagen bei Bruck dabei. Worin siehst du den größten Benefit für dich und dein Spiel an diesem höherklassigen Trainieren/ Spielen?

 

Ein großer Unterschied der 3 Liga zur JBLH ist die Intensität, welche sich zum Beispiel in der Körperlichkeit widerspiegelt. Dadurch wachse ich an meinen Aufgaben und sammle wichtige Erfahrung und vor allem sehe und höre ich auch andere Meinungen und Sichtweisen, welche ich dann in der JBLH einbringen kann um meinem Team weiterzuhelfen.


Louis Oberosler, TW

 

1. Louis, mit deiner Größe bist du eigentlich der prädestinierte Torhüter. Wolltest du selbst schon immer auf dieser Position spielen oder hat dich mal jemand „ins Tor gestellt“?

 

Das war wohl eine Mischung aus beidem. Als ich zur Auswahl gegangen bin, wurde ein Torwart gesucht. Damals wollte ich das auch, wurde aber auch darauf hingewiesen, dass ich dort besser als auf dem Feld geeignet bin uns so hat sich das ergeben.

 

2. In Spielberichten ist manchmal der Satz zu lesen: „Unsere Mannschaft hat den gegnerischen Torhüter im Spielverlauf eingeworfen.“ Gibt es sowas tatsächlich und wie muss man sich das vorstellen?

 

Ja, teilweise schon. Und das passiert, indem man dem Torhüter einfache Würfe gibt und er so Selbstvertrauen und Sicherheit bekommt. Er kommt damit auch gleichzeitig ins Spiel. Aber das muss natürlich nicht immer so sein.

 

3. Du stehst derzeit nicht nur bei den Spielen der Jugendbundesliga regelmäßig „zwischen den Pfosten“, sondern teilweise auch bei Spielen der Allacher Herren 1. Was ist für dich als Torhüter in einem Männerspiel anders?

 

An sich verändert sich außer der Härte der Würfe zunächst erst einmal nichts. Aber hinzukommt, dass die Präzision und „Abgezocktheit“ der Spieler bei den Männern noch einmal etwas anderes ist. Ein erfahrener Werfer zielt noch einfach genauer als ein A-Jugendspieler.


Philipp Hlawatsch, RM und RL

 

1. Philipp, du begeisterst in deinem Spiel immer wieder dadurch, dass du dich im Angriff sehr gut durchsetzen kannst, quasi immer den „Zug zum Tor“ hast. Was geht dir in solchen Momenten durch den Kopf?

 

Wenn ich zum Tor ziehe oder durch eine Lücke gehe, ist es wichtig, dass ich einen freien Kopf habe und über nichts nachdenke, sondern intuitiv entscheide, was ich mache. Wenn man zu lange überlegt, was man als Nächstes macht, ist die Chance aufs Tor oft schon vorbei. Am wichtigsten ist aber, dass man „richtig Bock“ darauf hat, ein Tor zu werfen und mit 100% auf die Abwehr geht.

 

2. Du verfügst über enorme Sprungkraft, das ermöglicht es dir oftmals sehr präzise zu werfen, weil du den Torhüter im Sprung noch täuschen kannst. Neben einer guten Anlage zum Springen, welchen Anteil hat gezieltes Training?

 

Ich habe zwar gute Anlagen dafür mitbekommen, gutes Training ist aber trotzdem sehr wichtig. Bei unserem Athletiktraining einmal die Woche liegt der Fokus oft auf den Beinen und auf der Sprungkraft. Aber auch im Training mit Ball, besonders wenn wir Gegenstoßtraining machen, kann ich natürlich viele verschiedene Sprungwurfvarianten ausprobieren, auf die ich dann im Spiel zurückgreifen kann.

 

3. Nachdem du zum 2002er Jahrgang gehörst, kannst du kommende Saison noch einmal in der Jugendbundesliga spielen. Welche Erfahrungen kannst du denn vermutlich von dieser in die nächste Saison mitnehmen?

 

Aus der Saison nehme ich mit, dass im Spiel die Emotionen das Wichtigste sind. Ein knappes Spiel gewinnt am Ende immer die Mannschaft, die es mehr will und sich gegenseitig am meisten pusht. Es ist auch wichtig, dass man immer voll konzentriert bleibt und 100% gibt. Unsere Gegner bestrafen jeden kleinen Fehler mit einfachen Toren, die am Ende vom Spiel auch den Unterschied ausmachen können. Die schönsten Erfahrungen, die ich aus dieser Saison aber mitnehmen kann, sind die einer vollen Eversbuschhalle, die bei jedem Tor bebt und uns von der ersten bis zur letzten Minute nach vorne peitscht.


 

Nachfolgend die Spieler des Jahrgangs 2001, die nach dieser Saison in den Seniorenbereich wechseln.


Fabian Winter, RL

 

1. Fabi, du pendelst jetzt seit vier Jahren zum Training und zu den Spielen von Ebersberg nach Allach. Was hat dich damals zu diesem Wechsel bewogen? Gibt es manchmal Tage, an denen es dir schwer fällt dich zu motivieren nach Allach zu kommen?

 

Zu diesem Wechsel hat mich damals vor allem die Lust und das Verlangen Bayernliga in der B-Jugend spielen zu können bewogen, zudem kannte ich schon einige der Jungs von Auswahltraining, was meine Entscheidung vereinfachte. Natürlich gibt es manchmal Tage, an denen es einem schwer fällt sich für die Fahrt und das Training zu motivieren aber das macht sich auf jeden Fall bezahlt, wenn man vor so einer Heimkulisse spielen darf.

 

2. Wenn du in guter Wurfposition bist, dann sind deine Würfe aufgrund ihrer Geschwindigkeit für Torhüter kaum zu halten. Kennst du deine Wurfgeschwindigkeit in etwa? Was macht einen „perfekten Wurf“ aus?

 

Vor zwei Jahren ca. betrug meine Wurfgeschwindigkeit noch ca .100km/h aus dem Stand, heute kann ich das schwer einschätzen, inwieweit sich das geändert hat. Einen „perfekten Wurf“ macht meiner Meinung, abgesehen von Geschwindigkeit und Präzision, vor allem auch die Wurfauswahl aus. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie etwa das Blockverhalten der Abwehr, der eigene Anlauf, das Stellungsspiel des Torhüters, oder auch die momentane Spielsituation.

 

3. Du hast deinen Einstand im Team der Herren 1 schon vor einiger Zeit gegeben. Wo siehst du für dich persönlich den größten Unterschied zwischen Spielen im Junioren- und Seniorenbereich?

 

Den größten Unterschied im Vergleich zwischen Junioren- und Seniorenbereich sehe ich sowohl in der Härte der Abwehr, als auch im Durchsetzungsvermögen im Angriff.


Alexander Verbeure, LA

 

1. Alex, du bist erst ziemlich spät nach Allach gewechselt und zum A-Jugendteam dazugestoßen, wie war es für dich in eine Mannschaft zu kommen, in der viele schon sehr lange miteinander gespielt haben?

 

Das war am Anfang natürlich sehr ungewohnt, weil die Jungs sehr gefestigt und besonders verbunden miteinander sind und sich sowohl auf als auch neben dem Feld blind verstehen. Dadurch, dass ich jedoch Philipp kannte von meiner Zeit in Schleißheim und mit einigen Allachern bereits Kontakt hatte, war die Situation nicht außergewöhnlich ungewohnt und dadurch, dass die Jungs mich so gut aufgenommen haben und so offen gegenüber den Neuen und somit auch mir waren, fiel es mir wirklich leicht in die Mannschaft zu kommen

 

2. Auf der Linksaußenposition war in dieser Saison dreifache Besetzung, im ersten Teil der Saison hattest du nur relativ wenig Spielzeit. Wie konntest du in dieser Zeit deine Motivation im Training hochhalten?

 

Das fiel mir eigentlich relativ leicht, da ich einfach einen wahnsinnigen Spaß am Sport Handball habe und ich mich einfach sehr wohl in der Mannschaft fühle, sodass ich immer gerne ins Training gegangen bin, ohne mich dafür wirklich extra motivieren zu müssen. Dazu kommt, dass die Trainings wirklich richtig gut sind, dass ich gemerkt habe, dass ich mich handballerisch weiterentwickelt habe und ich diese Entwicklung einfach gerne fortsetzen wollte. Dadurch, dass ich ja hauptsächlich in der A2 spiele, hatte ich viele Einsätze und hab somit auch die Freude am Spiel selbst immer beibehalten.

 

3. Beim Auswärtsspiel gegen die Füchse Berlin Reinickendorf hattest du dann deinen „Durchbruch“ in der Saison, mit zwei Toren warst du am tollen Endergebnis (33:26) der Allacher Buam beteiligt. Wie hast du dieses Spiel(wochenende) in Berlin empfunden?

 

Das Wochenende war für mich der Wahnsinn. Wenn ich ein paar Jahre zurück denke, hätte ich mir nie erträumen können, in Berlin gegen die Füchse spielen zu dürfen. Als dies dann tatsächlich doch der Fall war, habe ich einfach nur den Moment genossen, Spaß gehabt auf dem Feld und versucht alles zu geben. Das schöne war auch, dass, obwohl wir durchgehend zurück lagen, die Stimmung in der Mannschaft so gut war, dass jeder genug Selbstvertrauen hatte und jeder für den Nebenmann mitgearbeitet hat. Das ist genau das, was die Mannschaft ausmacht und in Berlin so deutlich gezeigt hat. Es war ein wahnsinniges Gefühl und ein Moment, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.

 

4. Du bist wahrscheinlich der flexibelste aller 2001er Spieler in Allach: du bist Stammspieler und Toregarant in der A2, hast Einsatzzeiten und Erfolge in der A1 und bist mitunter für die Herren 2 auf der Platte. Wo siehst du in der kommenden Saison deinen Platz?

 

Das werden wir nächste Saison bzw. in der Vorbereitung auf diese sehen. Fest steht nur, dass es beim TSV Allach sein wird.


Marco Ursuleanu, KM

 

1. Marco, du bist seit der Vorbereitung zur Jugendbundesligasaison, etwa seit Februar/ März 2019 im Allacher A-Jugendteam. Erzähle doch mal, wie du zum Handball gekommen bist und wo du davor gespielt hast.

 

Ich habe mit 12 Jahren mit Handball in Rumänien angefangen. Ich wollte eigentlich Fußball spielen, aber meine Mutter wollte, dass ich auch Handball probiere. Ich habe erst in meiner Grundschule in Timi?oara gespielt und bei einem Turnier zwischen den Schulen, hat ein Trainer mich gesehen und hat mich gefragt, ob ich nicht Handball spielen will und dann habe ich wirklich damit angefangen. Nach zwei Jahren bin ich in der 9. Klasse an eine Sportschule gegangen. Dort habe ich zwei Jahren gelernt und auch Handball gespielt. Danach musste ich mit meinem Bruder und meiner Mutter nach Deutschland gehen. Im Sommer vor dem Umzug bin ich für ein paar Tage nach Deutschland gekommen und in dieser Zeit war ich bei einem Probetraining bei der Handballakademie. Sie wollten gerne mit mir arbeiten und noch ein paar Trainings mit der Mannschaft machen. So habe ich meine Abreise nach Rumänien verschoben und bin dann schließlich ganz in Deutschland geblieben. In der Saison 2018/19 habe ich bei der Handballakademie gespielt und ab Februar 2019, bin ich nach Allach gekommen.

 

2. Du hast dich im Laufe der Vorbereitung und in der Saison als Spieler sehr weiterentwickelt. Besonders in der Meisterrunde konntest du von Spiel zu Spiel selbstbewusster auftreten und hast die Zuschauer besonders durch deine Beweglichkeit und deinen Kampfgeist in der Abwehr begeistert. Wie siehst du selbst dein Handballjahr im Rückblick?

 

Dieses Handballjahr war mit Abstand das schönste für mich. Da habe ich sehr viel gelernt, nicht nur über Handball. Meine Sprache ist viel besser geworden, ich habe viele Freunde gefunden und zur gleichen Zeit sehr viel Spaß mit den Jungs gehabt. Am Anfang war es schwer, weil ich nicht so gut Deutsch sprechen konnte, aber mit der Zeit habe ich mich integriert. Ich habe ja den ersten Teil der Bundesligasaison nicht sehr viel gespielt, aber ich habe weiter hart trainiert und in der Meisterrunde war es dann etwas ganz anderes. Ich habe besondere Gefühle gefühlt, wenn hunderte Leute zum Spiel gekommen sind. Es war eine spezielle Erfahrung für mich.
 

 

3. Du hattest von allen Spielern der Mannschaft im letzten Jahr das härteste Programm zu absolvieren: Du bist zuerst ein halbes Jahr zu jedem Training von Garmisch-Partenkirchen nach Allach gefahren, bevor du dann mit dem Beginn des Schuljahres im Schulinternat in Schäftlarn begonnen hast zu lernen. Nach nur eineinhalb Jahren in Deutschland hast du ganz hervorragend Deutsch gelernt, dich in der Schule eingearbeitet und das Pensum der Jugendbundesliga bewältigt. Welche Rolle spielen Ausbildung und Handball in deinem Leben und was sind deine Pläne für die Zukunft?

 

Ja, es war eine schwere aber auch schöne Zeit für mich, in der ich viele gelernt habe. Am Anfang habe ich Handball auf den ersten Platz gestellt, aber mit der Zeit wurde mir klar, dass ich nicht mein ganzes Leben nur Handball spielen kann. Mein Traum ist immer noch ein Handballprofi zu werden, aber ich will nicht meine Ausbildung vernachlässigen. Deswegen habe ich mich entschieden für mindestens ein Jahr wieder nach Rumänien zu gehen und dort mein Abi zu machen. In der Zukunft will ich studieren (ich weiß noch nicht ganz genau was) und auf jeden Fall weiter Handball spielen und warum nicht als Profi…


Dennis Stegemann, TW

 

1. Dennis, du spielst seit der E-Jugend in Allach Handball. Kannst du dich noch daran erinnern, wann und warum die Entscheidung für die Torhüterposition bei dir gefallen ist?

 

Wir hatten damals einfach keinen festen Torwart. Es hat mir einfach mehr Spaß gemacht und ich hatte das Gefühl, meiner Mannschaft auf dieser Position mehr helfen zu können.

 

2. Derzeit bestimmt Handball deinen Tagesablauf zu einem ganz großen Teil. Du trainierst und spielst 2019/20 nicht nur Jugendbundesliga, sondern arbeitest gleichzeitig als Bundesfreiwilligendienstleistender beim BHV. Welche Erfahrungen wirst du aus dieser Zeit mitnehmen?

 

Ich versuche momentan einfach, so viele Eindrücke aus der Handballwelt zu sammeln. Innerhalb Bayerns hilft mir dabei vor allem meine Tätigkeit beim BHV bei der ich mit den Vereinen und den Verbandsorganen in engem Kontakt stehe.
Über die bayrischen Grenzen hinaus schafft das Erlebnis Jugendbundesliga einmalige Erinnerungen vor allem als Mannschaft. Auch das möchte ich natürlich genießen.

 

3. Torhüter sind ja heutzutage viel integrierter im Spielverlauf, besonders bei Überzahlspiel mit Auswechslung des Torhüters müssen sie extrem schnell reagieren und Sprinteinlagen hinlegen. Hinzu kommt eine hohe Beweglichkeit im Tor. Welche Trainingselemente braucht also ein Torhüter für die verschiedenen Anforderungen an seine Position?

 

In jedem Training sind natürlich Übungen zum Beibehalten und Steigern der Beweglichkeit von Nöten. Auch Schnellkraft und Sprungkraft sind wichtig.
Aber vor allem die Kondition im modernen Torwartspiel ist ein nicht zu vernachlässigendes Element, welches ebenfalls Training bedarf.


Tobias Schimpf, RA und RR

 

1. Tobi, du bist erst zur Vorbereitung zu dieser Saison zur Mannschaft gekommen. Wieso Allach?

 

Weil mich das Ziel, Jugendbundesliga spielen zu wollen, gereizt hat. Es ist eine einmalige Chance in der Jugend Bundesliga zu spielen. Außerdem habe ich mit Simbach schon viele Duelle gegen diese Truppe gespielt und wusste daher, dass wir dieses Ziel erreichen können. Außerdem kenne ich von den Duellen und der BHV-Auswahl viele Spieler, was mir diese Entscheidung sicher einfacher gemacht hat.

 

2. Du hast gerade ein ganz schönes Pensum zu bewältigen. Wie sieht deine normale Woche aus mit A-Jugend in Allach, Studium in Ingolstadt und zusätzlich Spielen bei deinem Heimatverein, dem TSV Simbach?

 

Vormittags und nachmittags bin ich in der Uni und am Abend fahre ich mit der Bahn ins Training. Das schaffe ich nur dreimal die Woche, da ich einmal auch spät noch in die Uni muss. Am Wochenende spiele ich nur bei den Herren in Simbach, wenn es sich vom Fahren und vom Datum ausgeht. Also wenn es geht, spiele ich einen Tag dort und einen hier.

 

3. Was sagst du zu eurer Hinrunde in der Bundesliga?

 

Wenn ich ehrlich bin hätte ich, und bestimmt viele andere auch, nicht mit diesem starken zweiten Platz gerechnet. Deswegen war und bin ich mehr als zufrieden mit unserer Hinrunde und ab jetzt wird uns sicher keiner mehr unterschätzen!

 

4. Was ist dein persönliches Ziel für die Meisterrunde?

 

Durch den zweiten Platz in der JBLH Süd ist mein Ziel möglich weit in der Liga zu kommen. Ich würde schon sagen, dass wir auf alle Fälle um den 4. Platz mitspielen können!


Noah Schilling, RA

 

1. Noah, du gehörst schon zum „Urkader“ der jetzigen A-Jugend. Welche bisherige Saison ist dir denn besonders in Erinnerung geblieben?

 

Natürlich blieb mir das zweite Jahr der C-Jugend am meisten in Erinnerung, als wir es schafften die Bayernliga zu gewinnen. Diese Saison war ganz besonders für mich. Wir durften das erste Mal bayernweit spielen und uns mit den „großen Namen“ wie Erlangen oder Großwallstadt messen.

 

2. Welche Chancen hättest du deinem Team vor Beginn der Saison zugetraut?

 

Vor der Saison hätte ich uns als eine Mannschaft auf dem Mittelfeld eingeschätzt. Ich hätte niemals gedacht, dass wir als 2. Platz die Hinrunde beenden und ein Team wie die Rhein-Neckar Löwen ärgern können. Ich bin sehr stolz darauf, was unsere Mannschaft bisher geleistet hat und glaube, dass wir auch zukünftig weiterhin andere Teams überraschen können.

 

3. Worin siehst du die Stärke(n) deiner Mannschaft?

 

Bei uns in der Mannschaft herrscht eine sehr gute Chemie. Jeder versteht sich mit Jedem. Das spiegelt sich dann auch auf dem Platz wider. Wir gehen jeden Schritt für unseren Nebenmann und kämpfen um jeden Ball.

Außerdem glaube ich, dass wir zuhause vor voller Halle den Gegner einschüchtern. In unserer Halle herrscht eine atemberaubende Atmosphäre, die die meisten anderen Teams von ihren Heimspielen nicht kennen. Hier nochmal ein Dankeschön an die Fans, die uns bei jedem Heimspiel unfassbar unterstützen.

 

4. Du bist jetzt Schüler in der 12. Klasse. Wie wirst du in den nächsten Monaten deinen Alltag organisieren, wenn man bei den Auswärtsspielen in der Regel übernachten muss und somit das ganze Wochenende unterwegs ist?

 

In den nächsten Monaten werde ich vermutlich meinen Alltag ein wenig umstrukturieren müssen. Bei den Auswärtsspielen wird man wohl oder übel sein Schulzeug mitnehmen und zwischendurch lernen müssen. Des Weiteren versuche ich nebenbei immer ein bisschen für die Schule zu machen, sodass ich bei einer anstehenden Klausur nicht allzu viel nachholen muss.


Tobias Hübner, LA

 

1. Tobi, du spielst jetzt seit sechs Jahren in dieser Mannschaft, diese Jugendbundesligasaison ist bestimmt etwas ganz Besonderes. Gibt es aber ansonsten andere Erlebnisse mit diesem Team, an die du gerne oder auch nicht so gerne zurückdenkst?

 

Es gibt viele unglaubliche Erfahrungen, die ich mit diesem Team machen durfte. Ein ganz besonderes Erlebnis war die mehrfache Teilnahme an den „Lundaspelen" in Schweden, mein erstes internationales Turnier mit über 650 teilnehmenden Teams. Ein weiteres Highlight war natürlich die Bayerische Meisterschaft in der C-Jugend! Besonders, da alles am letzten Spiel gegen den HC Erlangen hing, sodass wir das erste Mal vor „voller" Halle zu Hause spielen durften.

 

2. Du spielst in deiner Mannschaft auf der Position des Linksaußen und in der Abwehr häufig im Mittelblock. Welche Position liegt dir persönlich mehr?

 

Ich fühle mich auf beiden Positionen sehr wohl und würde mich nur ungern für eine entscheiden müssen. An der Linksaußen-Position gefällt mir besonders das schnelle Spiel nach vorne und die Eins-gegen-eins-Duelle mit den Torhütern. Das zentrale Spiel in der Abwehr macht mir besonders Spaß, da man die Abwehr sortieren und strukturieren kann. Auch das körperbetonte Spiel, besonders jetzt in der Jugendbundeliga, macht mir riesigen Spaß und stellt einen immer vor neue Herausforderungen.

 

3. Man sieht dich besonders bei Heimspielen manchmal scheinbar „wild gestikulieren“ um deine Mitspieler zu motivieren. Worum geht es dir dabei?

 

Das ist einfach meine Art auf dem Spielfeld, ich kann da einfach gar nicht anders. Meine Philosophie des Handballs ist, dass man nur als Team gewinnen kann, wenn jeder 110% gibt. Mit den „wilden Gestiken" versuche ich jeden Spieler und vielleicht auch die Zuschauer nach vorne zu „pushen".


Luca Hasekamp RL und RM

 

1. Luca, du bist ein Spieler, der mit vollem Einsatz und großer Leidenschaft auf dem Platz agiert, sowohl Freude als auch Ärger sind dir auf dem Spielfeld sofort anzusehen. Was geht in dir in den letzten Minuten vor einem Spiel so durch den Kopf?

 

Um ehrlich zu sein, geht mir direkt vor dem Spiel recht wenig durch den Kopf. Wenn wir in der Kabine sind, spiele ich ein letztes Mal die besprochenen Spielzüge in meinem Kopf durch. Ab dem Moment, wo wir im Gang stehen, lasse ich meinen Emotionen freien Lauf und versuche mir so wenig Gedanken wie nur möglich zu machen. Mit freiem Kopf spielt es sich meistens am leichtesten.

 

2. Du hast kurz vor Saisonbeginn den Instagram-Auftritt #ajugendtsvallach ins Leben gerufen und mit ganz vielen witzigen, spritzigen Texten und tollen Bildern „gefüttert“, die eure Saison begleitet haben. Derzeit habt ihr über 760 Abonnenten. Wie viel Zeit investierst du im Schnitt für deine Posts und welche Rückmeldungen bekommst du?

 

Zunächst einmal freue ich mich riesig, dass der Instagram-Account so viel positives Feedback bekommen hat und sich die Arbeit und Zeit, die ich investiert habe, absolut gelohnt haben. Der Zeitaufwand war aber sehr unterschiedlich. Zu Beginn der Saison war ich mit den nötigen Bildbearbeitungsmöglichkeiten noch nicht wirklich vertraut und musste mich erst einarbeiten. Zu der Zeit habe ich teilweise min. 1 Stunde für so ein Bild benötigt. Zum Ende der Saison lief das Ganze dann deutlich schneller und die Posts waren meistens so nach 15 Minuten fertig.

 

3. In den letzten Jahren hattest du immer wieder Rückschläge durch Verletzungen einzustecken und immer wieder hast du dich zurückgekämpft. Die letzten Spiele hast du, nachdem du viel Muskelaufbau zur Stabilisierung betrieben hast, mit kaputter Schulter gespielt, wie geht es für dich und den Handballsport weiter?

 

Das ist momentan noch schwer zu beantworten. Zunächst steht jetzt erst einmal die längst fällige Schulter-OP an. Wie ich danach weiter mache, weiß ich momentan noch nicht genau. Mein Ziel ist es, jetzt erst einmal zur Rückrunde in Allach wieder fit zu werden. Alles, was danach kommt, nehme ich Schritt für Schritt.


Tassilo Bräu, LA

 

1. Tassilo, du hast erst relativ spät mit dem Handballspielen begonnen, wie bist du dazu gekommen und hast du zuvor auch schon intensiv eine Sportart betrieben?

 

Tatsächlich habe ich schon vor dem Handballspielen intensiv Sport gemacht. Da meine Mutter wollte, dass ich Schwimmen lerne, „steckte“ sie mich mit nur drei Jahren in den Schwimmverein. Nach einiger Zeit hat mir das Training – ich war am Schluss drei Mal die Woche im Wasser - richtig Spaß gemacht und ich habe in der Folge auch an Wettkämpfen für den SC Delphin Ingolstadt teilgenommen und das teilweise auch recht erfolgreich. Mein Vater wiederum jagte mich ebenfalls schon mit drei Jahren über schwarze Skipisten und bis heute fahre ich an den Wochenenden leidenschaftlich gerne Ski, auch wenn es der Handball derzeit nicht oft erlaubt. Als ich mit 10 Jahren ins Internat nach Ettal gekommen bin, habe ich mit dem Handballspielen angefangen, denn Handball war dort traditionsgemäß eine Art „Kultsport“. Das Schwimmen musste ich leider aufhören, weil es keine Trainingsmöglichkeiten gab.

 

2. Vom Schulinternat in Schäftlarn kommend hast du immer einen recht lange Anfahrt zum Training oder zu den Spieltagen. Wie organisierst du diese intensive Saison und deinen Alltag?

 

Es ist nicht immer ganz leicht, das Handballspielen mit dem Schulalltag zu vereinbaren, vor allem wenn man bedenkt, dass ich dieses Jahr Abitur mache. Daher hatte ich zur Q 11 ins Internat Schäftlarn gewechselt. Eine Trainingseinheit kostet mich inklusive Fahrzeit etwa 5 Stunden. Aber da Marco, der auch in Schäftlarn im Internat ist, und Felix, der aus der Gegend kommt, zusammen mit mir fahren, ist es nie langweilig. In den Klausurenphasen nutze ich immer wieder die S-Bahnfahrten um zu lernen.

 

3. Du begeisterst im Spiel immer wieder durch verschiedene Trickwürfe. Wie lange muss man trainieren, bis so etwas klappt? Wann entscheidest du, ob du „normal“ wirfst oder einen Trickwurf versuchst?

 

Unser Trainer Andi verlangt von uns Außenspielern, möglichst viele Wurfvarianten zu haben, denn das macht neben anderem einen guten „Außen“ aus. Wir trainieren Wurfvarianten gezielt im Training mit Sandor und David und ich selbst probiere im Tranig auch viel aus, um es dann im Spiel anwenden zu können. Ich versuche mich möglichst erst im Sprung für eine Wurfvariante zu entscheiden, dabei hängt die Entscheidung immer vom Stellungsspiel des Torwarts ab.


Vitus Baumgartner, RM und RL

 

1.Vitus, du bist ein sehr variabel einsetzbarer Spieler im Rückraum, deine „Spezialität“ ist dein Haken, setzt du diesen ganz bewusst in bestimmten Situationen ein oder ist das schon ein Automatismus in deinem Spiel?

Ja, es gibt definitiv Situationen, in denen ich mir meine Mitspieler und auch Gegenspieler so positioniere, dass ich viel Platz habe um meinen Haken zu machen, aber in den meisten Momenten ist das eher ein Automatismus, der oft funktioniert und mir Selbstbewusstsein für andere Aktionen gibt.

 

2.In dieser Saison bist du immer der erste im Team, der zum Siebenmeterwerfen antritt. In den beiden letzten Spielen war deine Bilanz 13 von 13 getroffen! Bereitest du dich im Vorfeld durch Videostudium auf die jeweiligen Torhüter und deren Bewegungsprofil vor?

Ja ich schaue mir vor den Spielen den gegnerischen Torhüter an um sein Bewegungsprofil zu kennen. Dabei schaue ich aber meist nur die ersten ein oder zwei Siebenmeter an, um die Grundbewegungen zu kennen. Das meiste ist aber dann intuitiv und beim Wurf denke ich auch nicht viel darüber nach wie sich der Torhüter bei den Spielen davor verhalten hat.

 

3.Du studierst derzeit Sport für das Lehramt. Im Handball wird dir natürlich niemand so schnell etwas vormachen können, welche Sportarten liegen dir denn eher nicht so?

Die meisten Probleme macht mir Turnen. Ich bin an sich sehr sportlich und kann die meisten Sportarten nach ein paar Mal machen, eigentlich relativ gut sogar, aber Turnen ist halt vor allem oft üben und das ist neben dem vielen Handballtraining nicht so leicht unterzukriegen.