Die Serie mit Interviews der Allacher Buam mit ihrer persönlichen Sicht auf die Jugendbundesligasaison startete in unserem Hallenheft mit dem Erreichen der Meisterrunde. Und eigentlich wäre sie dort auch noch fortgeführt worden…

Nachdem nun aber der Handball ruht und die Saison 2019/20 zu Ende ist, sollen die Interviews hier auf der Homepage erscheinen.


 

Jetzt sind unsere 2002er an der Reihe, die als erfahrene Spieler der Saison 2019/20 in der neuen Spielzeit wieder voll angreifen wollen!


Stephan Seitz, RR

 

1. Stephan, vielleicht bist du derjenige Spieler der Mannschaft, der schon am allerlängsten Handballball spielt, wobei du ja auch sehr lange noch parallel beim Fußball sehr aktiv und erfolgreich warst. Erzähl doch mal, welche Rolle Bälle in deiner Kindheit und Jugend bis heute gespielt haben.

 

Schon seit ich klein bin faszinieren mich fast alle Ballsportarten. Fußball und Handball waren da eben in Allach vertreten. Bis heute spiele ich fast genauso gerne im Urlaub Volleyball oder Basketball in meiner Freizeit. Das bringt einen denke ich auch beim Handball weiter. Von den anderen Sportarten kann man sich vieles abschauen und es übernehmen.

 

2. Du bist ein Spieler, der auf der Platte immer hundert Prozent gibt. Dabei stellst du an dich selbst die höchsten Ansprüche. Wie gehst du damit um, wenn es mal nicht so läuft, was ja ganz normal ist? Wie schafft ihr es im Team mit Niederlagen fertig zu werden?

 

Ich persönlich kann nur sehr schlecht mit Niederlagen umgehen. Meistens bin ich dann sehr genervt und brauche etwas Zeit für mich. Das gute am Mannschaftssport ist aber, dass man da ja verschiedene Typen hat. Der ein oder andere kann damit auch besser umgehen und das hilft einem dann schon sehr, wieder nach vorne zu schauen.

 

3. Du hast einen unglaublichen Zug zum Tor, jede Menge Spielwitz, Trainingsfleiß und Ehrgeiz und noch dazu bist du Linkshänder… Damit hast du viele Voraussetzungen, um im Handball voranzukommen. Was sind denn deine sportlichen und beruflichen Ziele in den nächsten Jahren?

 

Aufgrund der aktuellen Lage kann man ja leider nicht kurz- und mittelfristig planen, aber ich gehe davon aus, dass ich in diesem Jahr mein Abitur schreiben werde. Dann möchte ich anfangen zu studieren. Sportlich habe ich kein festes Ziel, das ich erreichen möchte, weil das ja auch so nicht planbar ist. Ich möchte einfach so weit kommen wie möglich und dann schauen, für was es reicht. Ich möchte dabei kein festes Ziel haben, weil ich nicht zu verbissen an die Sache herangehen will. Mir ist auch immer der Spaß mit der Mannschaft wichtig.


Cedric Riesner, KM

 

1. Cedric, du bist auch einer derjenigen Spieler im Team, die bereits seit der E-Jugend bei Allach spielen. Was verbindest du mit dieser Mannschaft?

 

Ganz klar Freundschaft! Über die lange Zeit und das hohe Pensum ist das Team immer näher zusammengerückt. Es haben sich nicht nur Freundschaften auf dem Feld, sondern auch neben dem Feld gebildet. Außerdem muss man erwähnen, dass Zusammenhalt und vor allem mannschaftliche Geschlossenheit großgeschrieben wird. Zudem hat man in jeder Situation was zu lachen.... Jedoch weiß das Team, wann es drauf ankommt und wann man ernst sein sollte.

 

2. Aufgrund deiner Größe und Kraft spielst du seit längerem auf der Kreisposition, davor warst du, eben auch aufgrund dieser Eigenschaften, meist auf der Halbposition zu sehen. Was gefällt dir persönlich beim Spielen am Kreis bzw. im Rückraum?

 

Eine richtige Antwort auf diese Frage gibt es eigentlich nicht.  Es ist, denke ich mal, für jeden zweitrangig, auf welcher Position man spielt, wenn man dem Team dadurch weiterhelfen kann. Klar kann man sagen, dass man im Rückraum das Spiel mehr leitet...aber da ein Handballteam nur gut funktioniert, wenn alle 7 Spieler funktionieren, ist vor allem auch die passive Arbeit am Kreis für die Rückraumspieler wichtig, um ihnen Räume und eine Anspielmöglichkeit zu schaffen und für sie zu arbeiten.

 

3. Seit dieser Saison trainierst du regelmäßig in der Drittligamannschaft bei Fürstenfeldbruck und wenn es der JBLH-Spielplan erlaubt, dann bist du auch an Spieltagen bei Bruck dabei. Worin siehst du den größten Benefit für dich und dein Spiel an diesem höherklassigen Trainieren/ Spielen?

 

Ein großer Unterschied der 3 Liga zur JBLH ist die Intensität, welche sich zum Beispiel in der Körperlichkeit widerspiegelt. Dadurch wachse ich an meinen Aufgaben und sammle wichtige Erfahrung und vor allem sehe und höre ich auch andere Meinungen und Sichtweisen, welche ich dann in der JBLH einbringen kann um meinem Team weiterzuhelfen.


Louis Oberosler, TW

 

1. Louis, mit deiner Größe bist du eigentlich der prädestinierte Torhüter. Wolltest du selbst schon immer auf dieser Position spielen oder hat dich mal jemand „ins Tor gestellt“?

 

Das war wohl eine Mischung aus beidem. Als ich zur Auswahl gegangen bin, wurde ein Torwart gesucht. Damals wollte ich das auch, wurde aber auch darauf hingewiesen, dass ich dort besser als auf dem Feld geeignet bin uns so hat sich das ergeben.

 

2. In Spielberichten ist manchmal der Satz zu lesen: „Unsere Mannschaft hat den gegnerischen Torhüter im Spielverlauf eingeworfen.“ Gibt es sowas tatsächlich und wie muss man sich das vorstellen?

 

Ja, teilweise schon. Und das passiert, indem man dem Torhüter einfache Würfe gibt und er so Selbstvertrauen und Sicherheit bekommt. Er kommt damit auch gleichzeitig ins Spiel. Aber das muss natürlich nicht immer so sein.

 

3. Du stehst derzeit nicht nur bei den Spielen der Jugendbundesliga regelmäßig „zwischen den Pfosten“, sondern teilweise auch bei Spielen der Allacher Herren 1. Was ist für dich als Torhüter in einem Männerspiel anders?

 

An sich verändert sich außer der Härte der Würfe zunächst erst einmal nichts. Aber hinzukommt, dass die Präzision und „Abgezocktheit“ der Spieler bei den Männern noch einmal etwas anderes ist. Ein erfahrener Werfer zielt noch einfach genauer als ein A-Jugendspieler.


Philipp Hlawatsch, RM und RL

 

1. Philipp, du begeisterst in deinem Spiel immer wieder dadurch, dass du dich im Angriff sehr gut durchsetzen kannst, quasi immer den „Zug zum Tor“ hast. Was geht dir in solchen Momenten durch den Kopf?

 

Wenn ich zum Tor ziehe oder durch eine Lücke gehe, ist es wichtig, dass ich einen freien Kopf habe und über nichts nachdenke, sondern intuitiv entscheide, was ich mache. Wenn man zu lange überlegt, was man als Nächstes macht, ist die Chance aufs Tor oft schon vorbei. Am wichtigsten ist aber, dass man „richtig Bock“ darauf hat, ein Tor zu werfen und mit 100% auf die Abwehr geht.

 

2. Du verfügst über enorme Sprungkraft, das ermöglicht es dir oftmals sehr präzise zu werfen, weil du den Torhüter im Sprung noch täuschen kannst. Neben einer guten Anlage zum Springen, welchen Anteil hat gezieltes Training?

 

Ich habe zwar gute Anlagen dafür mitbekommen, gutes Training ist aber trotzdem sehr wichtig. Bei unserem Athletiktraining einmal die Woche liegt der Fokus oft auf den Beinen und auf der Sprungkraft. Aber auch im Training mit Ball, besonders wenn wir Gegenstoßtraining machen, kann ich natürlich viele verschiedene Sprungwurfvarianten ausprobieren, auf die ich dann im Spiel zurückgreifen kann.

 

3. Nachdem du zum 2002er Jahrgang gehörst, kannst du kommende Saison noch einmal in der Jugendbundesliga spielen. Welche Erfahrungen kannst du denn vermutlich von dieser in die nächste Saison mitnehmen?

 

Aus der Saison nehme ich mit, dass im Spiel die Emotionen das Wichtigste sind. Ein knappes Spiel gewinnt am Ende immer die Mannschaft, die es mehr will und sich gegenseitig am meisten pusht. Es ist auch wichtig, dass man immer voll konzentriert bleibt und 100% gibt. Unsere Gegner bestrafen jeden kleinen Fehler mit einfachen Toren, die am Ende vom Spiel auch den Unterschied ausmachen können. Die schönsten Erfahrungen, die ich aus dieser Saison aber mitnehmen kann, sind die einer vollen Eversbuschhalle, die bei jedem Tor bebt und uns von der ersten bis zur letzten Minute nach vorne peitscht.


 

Nachfolgend die Spieler des Jahrgangs 2001, die nach dieser Saison in den Seniorenbereich wechseln.


Fabian Winter, RL

 

1. Fabi, du pendelst jetzt seit vier Jahren zum Training und zu den Spielen von Ebersberg nach Allach. Was hat dich damals zu diesem Wechsel bewogen? Gibt es manchmal Tage, an denen es dir schwer fällt dich zu motivieren nach Allach zu kommen?

 

Zu diesem Wechsel hat mich damals vor allem die Lust und das Verlangen Bayernliga in der B-Jugend spielen zu können bewogen, zudem kannte ich schon einige der Jungs von Auswahltraining, was meine Entscheidung vereinfachte. Natürlich gibt es manchmal Tage, an denen es einem schwer fällt sich für die Fahrt und das Training zu motivieren aber das macht sich auf jeden Fall bezahlt, wenn man vor so einer Heimkulisse spielen darf.

 

2. Wenn du in guter Wurfposition bist, dann sind deine Würfe aufgrund ihrer Geschwindigkeit für Torhüter kaum zu halten. Kennst du deine Wurfgeschwindigkeit in etwa? Was macht einen „perfekten Wurf“ aus?

 

Vor zwei Jahren ca. betrug meine Wurfgeschwindigkeit noch ca .100km/h aus dem Stand, heute kann ich das schwer einschätzen, inwieweit sich das geändert hat. Einen „perfekten Wurf“ macht meiner Meinung, abgesehen von Geschwindigkeit und Präzision, vor allem auch die Wurfauswahl aus. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie etwa das Blockverhalten der Abwehr, der eigene Anlauf, das Stellungsspiel des Torhüters, oder auch die momentane Spielsituation.

 

3. Du hast deinen Einstand im Team der Herren 1 schon vor einiger Zeit gegeben. Wo siehst du für dich persönlich den größten Unterschied zwischen Spielen im Junioren- und Seniorenbereich?

 

Den größten Unterschied im Vergleich zwischen Junioren- und Seniorenbereich sehe ich sowohl in der Härte der Abwehr, als auch im Durchsetzungsvermögen im Angriff.


Alexander Verbeure, LA

 

1. Alex, du bist erst ziemlich spät nach Allach gewechselt und zum A-Jugendteam dazugestoßen, wie war es für dich in eine Mannschaft zu kommen, in der viele schon sehr lange miteinander gespielt haben?

 

Das war am Anfang natürlich sehr ungewohnt, weil die Jungs sehr gefestigt und besonders verbunden miteinander sind und sich sowohl auf als auch neben dem Feld blind verstehen. Dadurch, dass ich jedoch Philipp kannte von meiner Zeit in Schleißheim und mit einigen Allachern bereits Kontakt hatte, war die Situation nicht außergewöhnlich ungewohnt und dadurch, dass die Jungs mich so gut aufgenommen haben und so offen gegenüber den Neuen und somit auch mir waren, fiel es mir wirklich leicht in die Mannschaft zu kommen

 

2. Auf der Linksaußenposition war in dieser Saison dreifache Besetzung, im ersten Teil der Saison hattest du nur relativ wenig Spielzeit. Wie konntest du in dieser Zeit deine Motivation im Training hochhalten?

 

Das fiel mir eigentlich relativ leicht, da ich einfach einen wahnsinnigen Spaß am Sport Handball habe und ich mich einfach sehr wohl in der Mannschaft fühle, sodass ich immer gerne ins Training gegangen bin, ohne mich dafür wirklich extra motivieren zu müssen. Dazu kommt, dass die Trainings wirklich richtig gut sind, dass ich gemerkt habe, dass ich mich handballerisch weiterentwickelt habe und ich diese Entwicklung einfach gerne fortsetzen wollte. Dadurch, dass ich ja hauptsächlich in der A2 spiele, hatte ich viele Einsätze und hab somit auch die Freude am Spiel selbst immer beibehalten.

 

3. Beim Auswärtsspiel gegen die Füchse Berlin Reinickendorf hattest du dann deinen „Durchbruch“ in der Saison, mit zwei Toren warst du am tollen Endergebnis (33:26) der Allacher Buam beteiligt. Wie hast du dieses Spiel(wochenende) in Berlin empfunden?

 

Das Wochenende war für mich der Wahnsinn. Wenn ich ein paar Jahre zurück denke, hätte ich mir nie erträumen können, in Berlin gegen die Füchse spielen zu dürfen. Als dies dann tatsächlich doch der Fall war, habe ich einfach nur den Moment genossen, Spaß gehabt auf dem Feld und versucht alles zu geben. Das schöne war auch, dass, obwohl wir durchgehend zurück lagen, die Stimmung in der Mannschaft so gut war, dass jeder genug Selbstvertrauen hatte und jeder für den Nebenmann mitgearbeitet hat. Das ist genau das, was die Mannschaft ausmacht und in Berlin so deutlich gezeigt hat. Es war ein wahnsinniges Gefühl und ein Moment, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.

 

4. Du bist wahrscheinlich der flexibelste aller 2001er Spieler in Allach: du bist Stammspieler und Toregarant in der A2, hast Einsatzzeiten und Erfolge in der A1 und bist mitunter für die Herren 2 auf der Platte. Wo siehst du in der kommenden Saison deinen Platz?

 

Das werden wir nächste Saison bzw. in der Vorbereitung auf diese sehen. Fest steht nur, dass es beim TSV Allach sein wird.


Marco Ursuleanu, KM

 

1. Marco, du bist seit der Vorbereitung zur Jugendbundesligasaison, etwa seit Februar/ März 2019 im Allacher A-Jugendteam. Erzähle doch mal, wie du zum Handball gekommen bist und wo du davor gespielt hast.

 

Ich habe mit 12 Jahren mit Handball in Rumänien angefangen. Ich wollte eigentlich Fußball spielen, aber meine Mutter wollte, dass ich auch Handball probiere. Ich habe erst in meiner Grundschule in Timi?oara gespielt und bei einem Turnier zwischen den Schulen, hat ein Trainer mich gesehen und hat mich gefragt, ob ich nicht Handball spielen will und dann habe ich wirklich damit angefangen. Nach zwei Jahren bin ich in der 9. Klasse an eine Sportschule gegangen. Dort habe ich zwei Jahren gelernt und auch Handball gespielt. Danach musste ich mit meinem Bruder und meiner Mutter nach Deutschland gehen. Im Sommer vor dem Umzug bin ich für ein paar Tage nach Deutschland gekommen und in dieser Zeit war ich bei einem Probetraining bei der Handballakademie. Sie wollten gerne mit mir arbeiten und noch ein paar Trainings mit der Mannschaft machen. So habe ich meine Abreise nach Rumänien verschoben und bin dann schließlich ganz in Deutschland geblieben. In der Saison 2018/19 habe ich bei der Handballakademie gespielt und ab Februar 2019, bin ich nach Allach gekommen.

 

2. Du hast dich im Laufe der Vorbereitung und in der Saison als Spieler sehr weiterentwickelt. Besonders in der Meisterrunde konntest du von Spiel zu Spiel selbstbewusster auftreten und hast die Zuschauer besonders durch deine Beweglichkeit und deinen Kampfgeist in der Abwehr begeistert. Wie siehst du selbst dein Handballjahr im Rückblick?

 

Dieses Handballjahr war mit Abstand das schönste für mich. Da habe ich sehr viel gelernt, nicht nur über Handball. Meine Sprache ist viel besser geworden, ich habe viele Freunde gefunden und zur gleichen Zeit sehr viel Spaß mit den Jungs gehabt. Am Anfang war es schwer, weil ich nicht so gut Deutsch sprechen konnte, aber mit der Zeit habe ich mich integriert. Ich habe ja den ersten Teil der Bundesligasaison nicht sehr viel gespielt, aber ich habe weiter hart trainiert und in der Meisterrunde war es dann etwas ganz anderes. Ich habe besondere Gefühle gefühlt, wenn hunderte Leute zum Spiel gekommen sind. Es war eine spezielle Erfahrung für mich.
 

 

3. Du hattest von allen Spielern der Mannschaft im letzten Jahr das härteste Programm zu absolvieren: Du bist zuerst ein halbes Jahr zu jedem Training von Garmisch-Partenkirchen nach Allach gefahren, bevor du dann mit dem Beginn des Schuljahres im Schulinternat in Schäftlarn begonnen hast zu lernen. Nach nur eineinhalb Jahren in Deutschland hast du ganz hervorragend Deutsch gelernt, dich in der Schule eingearbeitet und das Pensum der Jugendbundesliga bewältigt. Welche Rolle spielen Ausbildung und Handball in deinem Leben und was sind deine Pläne für die Zukunft?

 

Ja, es war eine schwere aber auch schöne Zeit für mich, in der ich viele gelernt habe. Am Anfang habe ich Handball auf den ersten Platz gestellt, aber mit der Zeit wurde mir klar, dass ich nicht mein ganzes Leben nur Handball spielen kann. Mein Traum ist immer noch ein Handballprofi zu werden, aber ich will nicht meine Ausbildung vernachlässigen. Deswegen habe ich mich entschieden für mindestens ein Jahr wieder nach Rumänien zu gehen und dort mein Abi zu machen. In der Zukunft will ich studieren (ich weiß noch nicht ganz genau was) und auf jeden Fall weiter Handball spielen und warum nicht als Profi…


Dennis Stegemann, TW

 

1. Dennis, du spielst seit der E-Jugend in Allach Handball. Kannst du dich noch daran erinnern, wann und warum die Entscheidung für die Torhüterposition bei dir gefallen ist?

 

Wir hatten damals einfach keinen festen Torwart. Es hat mir einfach mehr Spaß gemacht und ich hatte das Gefühl, meiner Mannschaft auf dieser Position mehr helfen zu können.

 

2. Derzeit bestimmt Handball deinen Tagesablauf zu einem ganz großen Teil. Du trainierst und spielst 2019/20 nicht nur Jugendbundesliga, sondern arbeitest gleichzeitig als Bundesfreiwilligendienstleistender beim BHV. Welche Erfahrungen wirst du aus dieser Zeit mitnehmen?

 

Ich versuche momentan einfach, so viele Eindrücke aus der Handballwelt zu sammeln. Innerhalb Bayerns hilft mir dabei vor allem meine Tätigkeit beim BHV bei der ich mit den Vereinen und den Verbandsorganen in engem Kontakt stehe.
Über die bayrischen Grenzen hinaus schafft das Erlebnis Jugendbundesliga einmalige Erinnerungen vor allem als Mannschaft. Auch das möchte ich natürlich genießen.

 

3. Torhüter sind ja heutzutage viel integrierter im Spielverlauf, besonders bei Überzahlspiel mit Auswechslung des Torhüters müssen sie extrem schnell reagieren und Sprinteinlagen hinlegen. Hinzu kommt eine hohe Beweglichkeit im Tor. Welche Trainingselemente braucht also ein Torhüter für die verschiedenen Anforderungen an seine Position?

 

In jedem Training sind natürlich Übungen zum Beibehalten und Steigern der Beweglichkeit von Nöten. Auch Schnellkraft und Sprungkraft sind wichtig.
Aber vor allem die Kondition im modernen Torwartspiel ist ein nicht zu vernachlässigendes Element, welches ebenfalls Training bedarf.


Tobias Schimpf, RA und RR

 

1. Tobi, du bist erst zur Vorbereitung zu dieser Saison zur Mannschaft gekommen. Wieso Allach?

 

Weil mich das Ziel, Jugendbundesliga spielen zu wollen, gereizt hat. Es ist eine einmalige Chance in der Jugend Bundesliga zu spielen. Außerdem habe ich mit Simbach schon viele Duelle gegen diese Truppe gespielt und wusste daher, dass wir dieses Ziel erreichen können. Außerdem kenne ich von den Duellen und der BHV-Auswahl viele Spieler, was mir diese Entscheidung sicher einfacher gemacht hat.

 

2. Du hast gerade ein ganz schönes Pensum zu bewältigen. Wie sieht deine normale Woche aus mit A-Jugend in Allach, Studium in Ingolstadt und zusätzlich Spielen bei deinem Heimatverein, dem TSV Simbach?

 

Vormittags und nachmittags bin ich in der Uni und am Abend fahre ich mit der Bahn ins Training. Das schaffe ich nur dreimal die Woche, da ich einmal auch spät noch in die Uni muss. Am Wochenende spiele ich nur bei den Herren in Simbach, wenn es sich vom Fahren und vom Datum ausgeht. Also wenn es geht, spiele ich einen Tag dort und einen hier.

 

3. Was sagst du zu eurer Hinrunde in der Bundesliga?

 

Wenn ich ehrlich bin hätte ich, und bestimmt viele andere auch, nicht mit diesem starken zweiten Platz gerechnet. Deswegen war und bin ich mehr als zufrieden mit unserer Hinrunde und ab jetzt wird uns sicher keiner mehr unterschätzen!

 

4. Was ist dein persönliches Ziel für die Meisterrunde?

 

Durch den zweiten Platz in der JBLH Süd ist mein Ziel möglich weit in der Liga zu kommen. Ich würde schon sagen, dass wir auf alle Fälle um den 4. Platz mitspielen können!


Noah Schilling, RA

 

1. Noah, du gehörst schon zum „Urkader“ der jetzigen A-Jugend. Welche bisherige Saison ist dir denn besonders in Erinnerung geblieben?

 

Natürlich blieb mir das zweite Jahr der C-Jugend am meisten in Erinnerung, als wir es schafften die Bayernliga zu gewinnen. Diese Saison war ganz besonders für mich. Wir durften das erste Mal bayernweit spielen und uns mit den „großen Namen“ wie Erlangen oder Großwallstadt messen.

 

2. Welche Chancen hättest du deinem Team vor Beginn der Saison zugetraut?

 

Vor der Saison hätte ich uns als eine Mannschaft auf dem Mittelfeld eingeschätzt. Ich hätte niemals gedacht, dass wir als 2. Platz die Hinrunde beenden und ein Team wie die Rhein-Neckar Löwen ärgern können. Ich bin sehr stolz darauf, was unsere Mannschaft bisher geleistet hat und glaube, dass wir auch zukünftig weiterhin andere Teams überraschen können.

 

3. Worin siehst du die Stärke(n) deiner Mannschaft?

 

Bei uns in der Mannschaft herrscht eine sehr gute Chemie. Jeder versteht sich mit Jedem. Das spiegelt sich dann auch auf dem Platz wider. Wir gehen jeden Schritt für unseren Nebenmann und kämpfen um jeden Ball.

Außerdem glaube ich, dass wir zuhause vor voller Halle den Gegner einschüchtern. In unserer Halle herrscht eine atemberaubende Atmosphäre, die die meisten anderen Teams von ihren Heimspielen nicht kennen. Hier nochmal ein Dankeschön an die Fans, die uns bei jedem Heimspiel unfassbar unterstützen.

 

4. Du bist jetzt Schüler in der 12. Klasse. Wie wirst du in den nächsten Monaten deinen Alltag organisieren, wenn man bei den Auswärtsspielen in der Regel übernachten muss und somit das ganze Wochenende unterwegs ist?

 

In den nächsten Monaten werde ich vermutlich meinen Alltag ein wenig umstrukturieren müssen. Bei den Auswärtsspielen wird man wohl oder übel sein Schulzeug mitnehmen und zwischendurch lernen müssen. Des Weiteren versuche ich nebenbei immer ein bisschen für die Schule zu machen, sodass ich bei einer anstehenden Klausur nicht allzu viel nachholen muss.


Tobias Hübner, LA

 

1. Tobi, du spielst jetzt seit sechs Jahren in dieser Mannschaft, diese Jugendbundesligasaison ist bestimmt etwas ganz Besonderes. Gibt es aber ansonsten andere Erlebnisse mit diesem Team, an die du gerne oder auch nicht so gerne zurückdenkst?

 

Es gibt viele unglaubliche Erfahrungen, die ich mit diesem Team machen durfte. Ein ganz besonderes Erlebnis war die mehrfache Teilnahme an den „Lundaspelen" in Schweden, mein erstes internationales Turnier mit über 650 teilnehmenden Teams. Ein weiteres Highlight war natürlich die Bayerische Meisterschaft in der C-Jugend! Besonders, da alles am letzten Spiel gegen den HC Erlangen hing, sodass wir das erste Mal vor „voller" Halle zu Hause spielen durften.

 

2. Du spielst in deiner Mannschaft auf der Position des Linksaußen und in der Abwehr häufig im Mittelblock. Welche Position liegt dir persönlich mehr?

 

Ich fühle mich auf beiden Positionen sehr wohl und würde mich nur ungern für eine entscheiden müssen. An der Linksaußen-Position gefällt mir besonders das schnelle Spiel nach vorne und die Eins-gegen-eins-Duelle mit den Torhütern. Das zentrale Spiel in der Abwehr macht mir besonders Spaß, da man die Abwehr sortieren und strukturieren kann. Auch das körperbetonte Spiel, besonders jetzt in der Jugendbundeliga, macht mir riesigen Spaß und stellt einen immer vor neue Herausforderungen.

 

3. Man sieht dich besonders bei Heimspielen manchmal scheinbar „wild gestikulieren“ um deine Mitspieler zu motivieren. Worum geht es dir dabei?

 

Das ist einfach meine Art auf dem Spielfeld, ich kann da einfach gar nicht anders. Meine Philosophie des Handballs ist, dass man nur als Team gewinnen kann, wenn jeder 110% gibt. Mit den „wilden Gestiken" versuche ich jeden Spieler und vielleicht auch die Zuschauer nach vorne zu „pushen".


Luca Hasekamp RL und RM

 

1. Luca, du bist ein Spieler, der mit vollem Einsatz und großer Leidenschaft auf dem Platz agiert, sowohl Freude als auch Ärger sind dir auf dem Spielfeld sofort anzusehen. Was geht in dir in den letzten Minuten vor einem Spiel so durch den Kopf?

 

Um ehrlich zu sein, geht mir direkt vor dem Spiel recht wenig durch den Kopf. Wenn wir in der Kabine sind, spiele ich ein letztes Mal die besprochenen Spielzüge in meinem Kopf durch. Ab dem Moment, wo wir im Gang stehen, lasse ich meinen Emotionen freien Lauf und versuche mir so wenig Gedanken wie nur möglich zu machen. Mit freiem Kopf spielt es sich meistens am leichtesten.

 

2. Du hast kurz vor Saisonbeginn den Instagram-Auftritt #ajugendtsvallach ins Leben gerufen und mit ganz vielen witzigen, spritzigen Texten und tollen Bildern „gefüttert“, die eure Saison begleitet haben. Derzeit habt ihr über 760 Abonnenten. Wie viel Zeit investierst du im Schnitt für deine Posts und welche Rückmeldungen bekommst du?

 

Zunächst einmal freue ich mich riesig, dass der Instagram-Account so viel positives Feedback bekommen hat und sich die Arbeit und Zeit, die ich investiert habe, absolut gelohnt haben. Der Zeitaufwand war aber sehr unterschiedlich. Zu Beginn der Saison war ich mit den nötigen Bildbearbeitungsmöglichkeiten noch nicht wirklich vertraut und musste mich erst einarbeiten. Zu der Zeit habe ich teilweise min. 1 Stunde für so ein Bild benötigt. Zum Ende der Saison lief das Ganze dann deutlich schneller und die Posts waren meistens so nach 15 Minuten fertig.

 

3. In den letzten Jahren hattest du immer wieder Rückschläge durch Verletzungen einzustecken und immer wieder hast du dich zurückgekämpft. Die letzten Spiele hast du, nachdem du viel Muskelaufbau zur Stabilisierung betrieben hast, mit kaputter Schulter gespielt, wie geht es für dich und den Handballsport weiter?

 

Das ist momentan noch schwer zu beantworten. Zunächst steht jetzt erst einmal die längst fällige Schulter-OP an. Wie ich danach weiter mache, weiß ich momentan noch nicht genau. Mein Ziel ist es, jetzt erst einmal zur Rückrunde in Allach wieder fit zu werden. Alles, was danach kommt, nehme ich Schritt für Schritt.


Tassilo Bräu, LA

 

1. Tassilo, du hast erst relativ spät mit dem Handballspielen begonnen, wie bist du dazu gekommen und hast du zuvor auch schon intensiv eine Sportart betrieben?

 

Tatsächlich habe ich schon vor dem Handballspielen intensiv Sport gemacht. Da meine Mutter wollte, dass ich Schwimmen lerne, „steckte“ sie mich mit nur drei Jahren in den Schwimmverein. Nach einiger Zeit hat mir das Training – ich war am Schluss drei Mal die Woche im Wasser - richtig Spaß gemacht und ich habe in der Folge auch an Wettkämpfen für den SC Delphin Ingolstadt teilgenommen und das teilweise auch recht erfolgreich. Mein Vater wiederum jagte mich ebenfalls schon mit drei Jahren über schwarze Skipisten und bis heute fahre ich an den Wochenenden leidenschaftlich gerne Ski, auch wenn es der Handball derzeit nicht oft erlaubt. Als ich mit 10 Jahren ins Internat nach Ettal gekommen bin, habe ich mit dem Handballspielen angefangen, denn Handball war dort traditionsgemäß eine Art „Kultsport“. Das Schwimmen musste ich leider aufhören, weil es keine Trainingsmöglichkeiten gab.

 

2. Vom Schulinternat in Schäftlarn kommend hast du immer einen recht lange Anfahrt zum Training oder zu den Spieltagen. Wie organisierst du diese intensive Saison und deinen Alltag?

 

Es ist nicht immer ganz leicht, das Handballspielen mit dem Schulalltag zu vereinbaren, vor allem wenn man bedenkt, dass ich dieses Jahr Abitur mache. Daher hatte ich zur Q 11 ins Internat Schäftlarn gewechselt. Eine Trainingseinheit kostet mich inklusive Fahrzeit etwa 5 Stunden. Aber da Marco, der auch in Schäftlarn im Internat ist, und Felix, der aus der Gegend kommt, zusammen mit mir fahren, ist es nie langweilig. In den Klausurenphasen nutze ich immer wieder die S-Bahnfahrten um zu lernen.

 

3. Du begeisterst im Spiel immer wieder durch verschiedene Trickwürfe. Wie lange muss man trainieren, bis so etwas klappt? Wann entscheidest du, ob du „normal“ wirfst oder einen Trickwurf versuchst?

 

Unser Trainer Andi verlangt von uns Außenspielern, möglichst viele Wurfvarianten zu haben, denn das macht neben anderem einen guten „Außen“ aus. Wir trainieren Wurfvarianten gezielt im Training mit Sandor und David und ich selbst probiere im Tranig auch viel aus, um es dann im Spiel anwenden zu können. Ich versuche mich möglichst erst im Sprung für eine Wurfvariante zu entscheiden, dabei hängt die Entscheidung immer vom Stellungsspiel des Torwarts ab.


Vitus Baumgartner, RM und RL

 

1.Vitus, du bist ein sehr variabel einsetzbarer Spieler im Rückraum, deine „Spezialität“ ist dein Haken, setzt du diesen ganz bewusst in bestimmten Situationen ein oder ist das schon ein Automatismus in deinem Spiel?

Ja, es gibt definitiv Situationen, in denen ich mir meine Mitspieler und auch Gegenspieler so positioniere, dass ich viel Platz habe um meinen Haken zu machen, aber in den meisten Momenten ist das eher ein Automatismus, der oft funktioniert und mir Selbstbewusstsein für andere Aktionen gibt.

 

2.In dieser Saison bist du immer der erste im Team, der zum Siebenmeterwerfen antritt. In den beiden letzten Spielen war deine Bilanz 13 von 13 getroffen! Bereitest du dich im Vorfeld durch Videostudium auf die jeweiligen Torhüter und deren Bewegungsprofil vor?

Ja ich schaue mir vor den Spielen den gegnerischen Torhüter an um sein Bewegungsprofil zu kennen. Dabei schaue ich aber meist nur die ersten ein oder zwei Siebenmeter an, um die Grundbewegungen zu kennen. Das meiste ist aber dann intuitiv und beim Wurf denke ich auch nicht viel darüber nach wie sich der Torhüter bei den Spielen davor verhalten hat.

 

3.Du studierst derzeit Sport für das Lehramt. Im Handball wird dir natürlich niemand so schnell etwas vormachen können, welche Sportarten liegen dir denn eher nicht so?

Die meisten Probleme macht mir Turnen. Ich bin an sich sehr sportlich und kann die meisten Sportarten nach ein paar Mal machen, eigentlich relativ gut sogar, aber Turnen ist halt vor allem oft üben und das ist neben dem vielen Handballtraining nicht so leicht unterzukriegen.