Handball WB1: TSV Allach 09 – HSG Würm-Mitte 18 : 29 (10:14)

Wer mehr Erfahrung hat, gewinnt …

 

Die Hinrunde zum ersten Jahr in der Bayernliga bei den B-Jugendlichen geht schon (fast) dem Ende entgegen, am vorletzten Spieltag ging es im Lokalderby gegen die HSG Würm-Mitte. Ein ausgesprochen schweres Spiel für unsere Mädels, da die Gäste in fast der gleichen mannschaftlichen Formation bereits in der vergangenen Saison in der B-Jugend Bayernliga zusammengespielt haben.

 

Die Allacherinnen waren zunächst sehr froh, dass sie zum einen wieder ein „richtiges Heimspiel“ in der Eversbuschhalle bestreiten konnten und dass diese zum anderen auch beheizt war. Die Körpersprache zum Aufwärmen und beim Begrüßen zeigte, dass man sich auf die sehr anstehende Begegnung freute. Voller Energie startete das Team in die Partie und noch ehe sich die Gäste versahen, lagen sie nach nur zweieinhalb Minuten mit drei Toren zurück. Unsere Anni war in dieser Anfangsphase nicht zu halten. Die Routine der Würmer Mädels zeigte sich jedoch bereits wenig später: Ohne hektisch auf diesen Rückstand zu reagieren spielte man sich auf den Gegner ein und platzierte seinerseits Ball um Ball im Netz. Im Gegenzug forderte die körperlich sehr präsente Abwehr unsere Allacherinnen, das „Einnetzen“ wurde zunehmend schwieriger. So näherte sich das Gastteam stetig an und nach weiteren zehn Spielminuten fiel der Ausgleich zum 7:7. Während die Gäste oftmals durch Effektivität und Beharrlichkeit zum Torerfolg kamen, ließen sich unsere Mädels (unbegründeter Weise) zum Teil zu leicht beeindrucken. Sie wurden unnötig nervös, es unterliefen technische Fehler und im Torabschluss vergab man reihenweise gute Chancen. Vom Spielwitz und der Geschwindigkeit im Spiel konnte man in dieser Phase nämlich eigentlich gut mithalten. Leider belohnte sich das Team aber nicht selbst, sondern man musste sogar noch einen sehr ärgerlichen Treffer hinnehmen, der mit der Pausensirene zum Halbzeitstand von 10:14 fiel.

 

Zur zweiten Spielhälfte bot sich den Zuschauern ein ganz ähnliches Bild: Die Allacherinnen, sehr motiviert und kämpferisch zurückgekehrt, wollten nicht aufstecken und kämpften um jeden Ball. Leider führte dies aber viel zu oft zu hektischen Aktionen, unpräzisen Zuspielen, verworfenen Bällen, anstatt in der Ruhe das Mittel zum Erfolg zu suchen und sich die Chancen tatsächlich heraus zu spielen. Mitte der zweiten Halbzeit führte das Team der HSG schließlich mit sieben Treffern. Ein Drehen des Spiels, das bis dahin irgendwie immer noch „in der Luft“ gelegen hatte, weil man nie aufgab, das Tempo immer hochhielt und stark kämpfte, wurde nun allerdings  unerreichbar. Erneut zeigte sich hier, dass die Gäste das deutlich routiniertere Team war, das in den letzten Spielminuten noch einige Tore erspielen konnte. Der Sieg der HSG am Ende absolut gerechtfertigt, dem Spielverlauf nach in der Höhe aber zu deutlich (18:29).

 

Fazit: Die Allacherinnen sind in diese Bayernligasaison mit dem Anspruch gestartet, in der B-Jugend anzukommen und sich möglichst gut zu behaupten. Dieses Ziel der Mannschaft wurde in der Begegnung vor allem darin sichtbar, dass die mannschaftliche Geschlossenheit nach dem Verletzungspech und dem damit verbundenen neu Definieren innerhalb des Teams nun wieder zurück gekommen ist und man sich von schweren Gegnern nicht einschüchtern lässt.

Die Nervosität in Spielphasen, wenn der Torerfolg ausbleibt, müssen die Spielerinnen in Zukunft  besser in den Griff bekommen, auch Abgeklärtheit muss man lernen. Das Spielen von sauberen Pässen als Basis für überlegte Abschlüsse und Mut zum eigenen Können werden die Spielerinnen zunehmend zu verinnerlichen lernen.

Die Absprachen in der Abwehr sind oftmals noch zu leise und das Aushelfen, vor allem wenn es  größere und kräftigere Spielerinnen zu verteidigen gilt, wird noch nicht konsequent genug praktiziert.

Es ist schön zu sehen, dass Lotte im Tor immer sicherer wird, dass die Laufbereitschaft bei vielen Spielerinnen zugenommen hat und vor allem, dass der Wille zum Sieg in allen 50 Spielminuten da ist