Handball Herren II: TSV Allach II - SV München Laim

Die Zwoate holt wichtige Punkte im Münchner Stadtderby

„Jungs, das ist ein Vier-Punkte Spiel!“

 

Die Aussage vom Trainerteam Dück/Prillwitz schien am Anfang der Partie noch nicht ganz in alle Köpfe seiner Mannen durchgedrungen zu sein. Die Allacher begannen das Spiel in eigener Halle eher nervös und nicht mit der von den Trainern geforderten Konsequenz. Vorne wurden zu Beginn freie Würfe vergeben und die Abwehr wirkte eher lauffaul und unkonzentriert. So schafften es die Gäste trotz der Überlegenheit der Kleeblätter das Unentschieden (8:8) bis zur 16. Minute zu halten. Ab diesem Zeitpunkt fing sich unter der Leitung von Krimmling und Bayerl die Abwehr und erschwerte den Laimern zunehmend das Entwickeln klarer Wurfgelegenheiten. Außerdem erwies sich Wendler in dieser Phase abermals als starker Rückhalt zwischen den Pfosten und ermöglichte in der Folge als sicherer Assist-Geber einfache Tore über das pfeilschnelle Gegenstoßspiel.

Im weiteren Verlauf gelang es immer mehr auch im Positionsspiel vorne eine engagiertere Einstellung an den Tag zu legen. Die Angriffe wurden jetzt konsequent und mit hoher Passqualität weitergespielt. Den Außenspielern Hellberg und von Hoenning boten sich dadurch zahlreiche freie Wurfchancen, welche sie sicher zu verwandeln wussten. Auch die aus der wachsenden Führung resultierende Auszeit der Gäste konnte den Run auf das gegnerische Tor nicht entscheidend stören. Mit einem sehenswerten Kempatreffer in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit stellte Baierlein die Uhr verdienterweise auf ein überzeugendes 20:13.

Nach dem Pausentee kam die Zwoate deutlich frischer aus der Kabine und die Führung konnte durch die treffsicheren Baierlein und Krimmling auf neun Tore ausgebaut werden. Es schien sich ein deutlicher Sieg anzubahnen. In der Folge schafften es die Allacher jedoch nicht, die aufgebaute Überlegenheit weiter auszunutzen. Mit dem beruhigenden Torpolster im Rücken, schalteten sie einen Gang zurück und es entwickelte sich, zum Gefallen der Zuschauer, ein offener Schlagabtausch mit Toren auf beiden Seiten. Ein in dieser Phase unzufriedenes Trainerteam musste mitansehen, wie aufgrund technischer Fehler und überhasteter Würfe die Bälle vorne leichtfertig verloren gingen und man hinten, durch die bereits aus den ersten Spielminuten bekannte lethargische Abwehrarbeit, die Gäste aus Laim zu einfachen Toren einlud. Infolgedessen war es den Laimern möglich die Führung auf sechs Treffer zu verringern, was aber letztendlich den besseren Ausgang (39:31) für die Heimmannschaft nicht abwenden konnte.

Die Zwoate schaffte es in der laufenden Saison endlich einmal zumindest zeitweise, das vorhandene Potenzial abzurufen und durch ihre Stärken, welche vor allem im massiven Abwehrverbund und im schnellen Positionsspiel liegen, ein Spiel klar zu diktieren. Jetzt gilt es dieses spielerische Vermögen kontinuierlich zu nutzen, um sich auf lange Sicht von den unteren Tabellenplätzen zu verabschieden und sich im Mittelfeld der BOL zu etablieren. Die passenden Voraussetzungen sind definitiv vorhanden - bislang mangelte es in vielen Spielen an der konsequenten Umsetzung.

Es spielten:

Hochmeister (TW), Wendler (TW), Krimmling (4), Kleiber (5), Reichl (1), Prillwitz, von Hoenning (8), Karl, Hellberg (6), Bayerl, Bärreiter (2), Thomas, Lippert (6/3), Baierlein (7)

Dück (C), Fischer (C), Mahringer (MV)