Bayernliga wC1: TSV Allach : SC Mintraching/ Neutraubling 38 : 20 (16 : 7)

BYL: Weibliche C1-Jugend schreibt Vereinsgeschichte!

Das letzte Saisonspiel der Allacher weiblichen C1 gegen den SC Mintraching/ Neutraubling war für die Mädels in gewisser Weise nur ein „Prestigespiel“, denn den Meistertitel in der Bayernliga hatten sie sich im vorletzten Spiel schon gesichert. Aber auch genau aus diesem Grund wollte man wiederum zeigen, dass man zu recht ganz oben auf dem Treppchen steht.

Die Gäste aus der Oberpfalz, gegen die man sich noch im Hinspiel ziemlich schwer getan hatte- das Spiel im November endete mit einem Unentschieden (30:30)- reiste am vergangenen Sonntag nur mit einem kleinen Kader von sieben Spielerinnen an. Allach konnte dagegen auf fast alle seine Spielerinnen zurückgreifen, lediglich Valerie war bei einem Schüleraustausch.

Von der ersten Spielminute an waren die Allacher Mädels auf dem Spielfeld präsent, sie begeisterten die Zuschauer von Anfang an durch eine extrem starke Abwehr, das erste Gegentor kassierte man in der zehnten (!) Spielminute, und schnelles Spiel nach vorne, wobei zunächst einmal einige der schön heraus gespielten Chancen durch eigenes Verschulden nicht verwertet werden konnten. In dieser besagten zehnten Spielminute hätte es statt des 4:1 auch bereits gut und gerne 8:1 stehen können.

Schon in der Mitte der ersten Halbzeit war den Spielerinnen allerdings bewusst, dass sie das überlegenere Team des Tages sind und dass es keinen Grund zu Nervosität geben muss. Die Mädels spielten nun befreit auf und trafen zu vielen sehenswerten Toren. Beim komfortablen Spielstand von 16:7 ging es in lockerer, gelöster Stimmung in die Kabine.

In Hälfte zwei dann erneut ein sehr sicheres Auftreten aller Spielerinnen, die Trainer mischten inzwischen großzügig auf den Positionen durch, den Spielverlauf erschütterte das allerdings gar nicht. Vielmehr hatten die Mädels sichtlich Spaß am Handballspielen. Über ein 25:11 in der 33. und ein 33:15 in der 45. Spielminute sicherte sich die Mannschaft den Sieg schlussendlich mit 38:20.

Souveräner konnte die Abschlussvorstellung als C-Jugendmannschaft nicht sein, bereits zwei, drei Minuten vor Abpfiff der Partie konnten sich die Trainer und Spielerinnen auf der Auswechselbank kaum noch zurückhalten, am liebsten wären alle schon vorfristig in die Hallenmitte gelaufen, um die Meisterschaft zu feiern. Mit Ertönen der Schlusssignals dann der erlösende Freudentanz: „Bayernmeister, Bayernmeister, hey!“ Viele Glückwünsche, strahlende Gesichter, Spezi und Gummibärchentorte,… kann ein Sonntagnachmittag schöner sein?

Und damit schreibt die Mannschaft unseres Trainer-Trios Wilke/ Ball und Brand Allacher Vereinsgeschichte: Das erste weibliche Team, das es in der Spielsaison 2016/17 in die Bayernliga geschafft hatte und vor allem das erste weibliche Team, das sich jetzt ein Jahr später den Titel holt!

Fazit zur Saison 2017/18:

Eine ungeschlagene Saison, die zur Meisterschaft geführt hat, da könnte man meinen, dass Allach von Beginn an zum Favoritenkreis gehört hat. Aber weit gefehlt: In der letzten Quali-Runde hatten zumindest die Gegner schon nicht mehr auf Allach gesetzt, jeder hatte jeden geschlagen und im letzten Spiel ging es gegen den Dauerrivalen TSV EBE Forst United. Hier packte im entscheidenden letzten Spiel des Tages das zu dieser Zeit verletzungsbedingt sehr geschwächte Allacher Team seinen enormen Kampfgeist aus und schlug die Ebersbergerinnen mit vier Toren. Man hatte es hier vor allem durch einen unheimlichen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und der Bereitschaft jeder Einzelnen, sich bedingungslos einzusetzen, geschafft, in die höchste Spielklasse zu gelangen. Diese hohe Moral zeigte das Team dann auch das ein oder andere Mal innerhalb der Spielsaison, wenn es galt einen (auch größeren) Rückstand aufzuholen, ein Spiel zu drehen oder noch ein Unentschieden zu erkämpfen. Der „Ruck durch das Team“ konnte dabei von ganz verschiedenen Spielerinnen ausgehen. Allach besticht in seiner Geschlossenheit, jede Spielerin hatte in der vergangenen Spielsaison ihre „Sahnetage“, aber auch solche, an denen nicht viel zusammenlief… und dann konnte wieder ein anderes Mädel das „ Steuer in die Hand nehmen“ und die Mannschaft mitreißen!

Kurz nach der Quali konnte sich das Team dann bereits verstärken, Anni wurde neues „Vollmitglied“ im Team und Krissi und Marlene nutzten das Zweitspielrecht. Drei Neuzugänge auf einmal, da war zunächst erst einmal an viel Integrationsarbeit zu denken. Weit gefehlt, weil „Selbstläufer“: Drei super Mädels, die durch ihre offene, kontaktfreudige Art sofort im Team angekommen waren! Kaum zu sagen, ob jetzt die spielerische oder menschliche Bereicherung, die die Mannschaft dadurch erfahren hat, einen größeren Anteil auf dem Weg zum Meistertitel hatte.

Die Anni bleibt uns zum Glück, Krissi und Marlene wünschen wir alles, alles Gute in ihrem Heimatverein für die neue Saison! Und wenn sie euch dort „ärgern“ sollten, dann kommt sooofort zurück!!!

Das Dankesagen wird gleich fortgesetzt: Miri, Philip, Patty. Das Trainergespann, das so eine einheitliche Sprache spricht, dass es fast schon bisschen unheimlich ist… Miri, die alles tausendprozentig managt, dabei für „jede Schwingung“ der Teenies ein Gespür hat und sich anbahnendem „Gezicke“ gleich mal von Beginn an entgegenwirkt, das kann auch mal per WhatsApp über einige Stunden in den Abend hinein so gehen…

Hinzu kommt ein enormer Einsatz für die Mannschaft, denn Trainingslager in Ettal, Turnier in Wangen, Beachen in Ismaning und vor allem das Turnier in Lund, Miri hat so viel ihrer Zeit den Mädels geschenkt! Und spätestens seit Lund gibt es noch eine ganz wichtige Bezugsperson für die Mädels: den Martin. Er hat aus der Not eine Tugend gemacht: Wenn er die Miri bisschen mehr sehen möchte, dann begleitet er halt ihre Mannschaft auch gleich mit, sei es zu Spielen oder zum Turnier nach Lund! Fans hat er unter den Mädels inzwischen ganz viele…

„Good Cop, bad Cop“, das ist sicher eine Taktik, die manchmal auch bei Trainerteams funktioniert, bei Vierzehnjährigen hilft das aber sicher nur bedingt weiter, manchmal muss also auch der Philip, der sonst eher den ruhigeren Part übernimmt, aber auch „auf den Tisch hauen“ und dann sind die Mädels auch wieder „in der Spur“. Und beim Coachen ist er in der Regel derjenige, der sich die gelbe Karte vom Schiedsrichter abholt…

Seit der Rückrunde ist nun auch Patty mit dabei, zum einen für das Torwarttraining, aber auch beim Coachen, wenn Philip selbst zum Spiel unterwegs ist oder den (großen) Handball jobbedingt gegen den kleinen Golfball eintauscht…

Wie schön, dass ihr Drei auch in der neuen Saison bei der Mannschaft bleibt und das „Abenteuer B-Jugend“ gemeinsam angehen werdet! Das Allacher Kleeblatt-Logo wird aber in der nächsten Saison für die Mädels auch noch mannschaftsintern vervollständigt, Trainer-Verstärkung kommt durch Tobi Gstattenbauer, wir freuen uns!

Danke an alle Eltern und deren Engagement bei den vielen weiten Fahrten in dieser Saison. Die Allacher Fans waren in jeder Sporthalle deutlich zu hören und mancher Ball in manchem Spiel musste am Ende förmlich ins Tor „gebrüllt“ werden… Danke vor allem auch hier an die tollen Eltern zu unseren Neuzugängen!

Ausblick auf die Saison 2018/19:

Ziel soll wieder die Bayernliga sein, dafür müssen Team und Trainer schon in den nächsten Wochen arbeiten. Losgehen soll es damit bereits im Trainingslager in den Osterferien, dann wird das hochkarätig besetzte Turnier (IBOT) in Biberach gespielt und der LEW-Cup dient noch einmal zur Standortbestimmung, bevor es am Wochenende 14./15.04. oder 28./29.04.2018 dann mit den Quali-Turnieren losgeht.

B-Jugend, das heißt dann, dass zunächst einige 2002er wieder in die Mannschaft integriert werden müssen, das heißt, dass von der offensiven zur defensiven Abwehr umgestellt werden wird, dass mit einem größeren Ball gespielt wird, dass häufiger Harz zum Einsatz kommt, dass sich der neue Trainer einarbeiten muss, dass sich jede Spielerin ihren Platz im Team wieder neu erarbeiten muss…

Voller Stolz blicken die Trainer auf ihre Mädels und deren Entwicklung zurück, voller Vorfreude gehen sie jetzt an die neuen Aufgaben. Spielerische Weiterentwicklung kann nur Hand in Hand mit menschlicher Weiterentwicklung erfolgen, das Allacher Team hat viel Potenzial, dieses zu fördern ist das erklärte Ziel.

Viel Handballspaß beim Handballspielen allen Mädels, Trainern und Fans der künftigen weiblichen B-Jugend!