JBLH: TSV Allach - TSV GWD Minden 34:42 (15:22)

Fantastische Heimkulisse zu mittelmäßigem Spiel

 

Zu schnell geraten die Allacher Buam im Heimspiel gegen den TSV GWD Minden unter Druck und können dann in der Folge ihre Stärken in der Schnelligkeit nicht ausreichend umsetzen, sondern lassen sich das Spiel der Gegner aufzwingen.

 

Nach ihrem großartigen Auswärts-Aufholsieg der Vorwoche in Bremen, freuten sich die Allacher Buam wieder zu Hause spielen zu können, wo sie am vergangenen Samstag einen ganz starken Gegner erwarteten, den Sieger der Nordgruppe in der Vorrunde, den TSV GWD Minden. Die Jungs hofften vor allem auch wieder darauf, dass ihr handballverrücktes Publikum aus Allach und dem Münchner Umland wieder lautstark mit von der Partie sein würde.

Stimmungsvoll vom Hallensprecher moderierte Minuten vor Spielbeginn, Einlaufen, großer Begrüßungsjubel, Gummibärchenwerfen, Countdown, los…

Unmittelbar mit dem Anpfiff ging es auch schon los, ein rasantes Spiel auf beiden Seiten, Schnelligkeit hatten die Gäste ihrerseits bereits angekündigt und Schnelligkeit war auch das, was die Allacher zuletzt zum Erfolg geführt hatte. Dreieinhalb Minuten gespielt und 2:2 auf der Anzeigetafel, diesmal war der unmittelbare Beginn geglückt … so meinte man. Anschließend, etwas verspätet als zuletzt mehrfach gesehen, setzte die anfängliche Angriffsschwäche auf Seiten der Hausherren ein. Man vergab mehrfach gute Torchancen und konnte sich somit nicht für die geleistete Abwehrarbeit belohnen. Bereits hier in der Anfangsphase erwies sich zudem der Mindener Torhüter als sichere Bank der Gäste, der ein ums andere Mal an der richtigen Stelle stand um die mitunter auch zu unplatziert geworfenen Bälle der Allacher zu parieren. Ein schneller Vier-Torelauf war die konsequente Reaktion der sehr routiniert spielenden Gäste aus dem Norden. So musste man ab der achten Spielminute schon einem größeren Vorsprung hinterherlaufen. Die Allacher Buam schalteten fortan auf „Kampfmodus“, besonders Philipp spielte sich immer wieder durch und war erfolgreich im Abschluss und Fabian traf mit gewohnter Härte das Tor. Diese erste Aufholjagd im Spiel wurde von der Tribüne lautstark mit Beifall bejubelt, die Fans sahen den Willen der Mannschaft sich trotz eigener Schwächen, den variabel agierenden Mindenern Paroli bieten zu wollen. 7:9 in der 13. Spielminute, das war dann ein deutliches Zeichen der Gastgeber, dass sie nun im Spiel angekommen waren. Festhalten ließ sich diese Nähe zum Gegner allerdings dann nicht, wieder vergaben die Hausherren, während auf Mindener Seite Abwehr und Torhüter erfolgreich überwunden werden konnten. Das erste Team-Timeout folgte (7:11), brachte aber keine entscheidende Wende in dieser ersten Halbzeit, in der Minden den Abstand konstant auf vier, fünf Toren halten konnte. Vor allem in zahlreichen Gegenstößen, aufgrund von Torhüterparaden oder am Tor abgeprallter Bälle, gelang es unseren Jungs nicht die beiden blitzschnellen Außenspieler in den Griff zu bekommen. Dass es zur Pause dann sieben Tore waren, die die Allacher Buam von Minden trennten (15:22), das war dann allerdings schon eine Ansage und man konnte gespannt sein, ob das Trainergespann die richtigen Worte finden und Wege aufzeigen würde können.

In den ersten Minuten der zweiten Spielhälfte schien sich die erhoffte Wende nicht einzustellen, erneut diktierte Minden das Spiel, sodass in der 38. Spielminute (19:28) der Allacher Coach die Jungs zum Team-Timeout an den Spielfeldrand holte. Den Hausherren schien die Zeit davon zu laufen, mangelnden Willen konnte man ihnen nicht vorwerfen, vielmehr schien ihnen an diesem Abend die Fähigkeit zu fehlen, die eigenen für diesen Gegner notwendigen 100 Prozent abzurufen. Und während sie in der Vorwoche in Bremen trotz Rückstand in der zweiten Halbzeit noch einmal den „Mannschafts-Turbo zünden“ konnten, blieb es bei schönen, aber in Toren ausgedrückt zu wenigen Glanzpunkten im Spiel der Allacher. Minden spielte ruhig und überlegt sein eigenes Spiel, hielt den Abstand konstant (24:33, 45. Minute; 29:37, 54. Minute) und beendete die Partie am Ende verdient mit 34:42 für sich. Dass besonders in der zweiten Spielhälfte die Hausherren auch vom Pech verfolgt waren von den Allacher Torhütern vereitelte Torwürfe, die im letzten Spieldrittel einige Paraden zeigten, stets direkt zum nächsten Mindener Spieler kamen, unterstreicht auch, dass die Gäste einfach gut standen und stets präsent waren. So endete die Partie mit 34:42 und Standing Ovations für die Allacher Buam, was für ein tolles Handballpublikum!

Fazit: Zu wenig gezeigt um gewinnen zu können. Spielerisch ging die Leistung in der Offensive bis auf die Abschlüsse laut Trainer Fabian Heck in Ordnung. Die druckvolle, oftmals offensive Abwehr Mindens zwingt das Allacher Team immer wieder dazu, schnell in Eins-zu-eins-Situationen zu gehen, die Pässe sind mehrfach zu inkonsequent, sodass die Bälle herausgespielt werden können. Das Rückzugsverhalten Allachs wird damit über die Spielzeit hinweg ungeordneter, somit erklärt sich auch dieser hohe Rückstand.

Viel Zeit zum Reagieren auf die festgestellten Schwächen bleibt für Trainer und Team auf jeden Fall nicht, bevor es am kommenden Samstag zur ersten von drei aufeinanderfolgenden Auswärtsfahrten geht. In der Zwischenzeit wünschen wir vor allem allen angeschlagenen Spielern, dass sie zu alter Gesundheit und Stärke zurückfinden, bevor es am kommenden Samstag, 08.02.2020, ins hessische Gelnhausen geht.

 

Dem tollsten Handballpublikum im Süden Deutschlands steht jetzt erst einmal eine „Jugendbundesliga-Durststrecke“ bevor. Aber im März gibt es einen wahren „Heimspiel-Marathon“ mit vier Begegnungen, auf die wir uns alle jetzt schon freuen: 01.03.2020 VfL Gummersbach, 07.03.2020 Füchse Berlin Reinickendorf, 14.03.2020 JSG Balingen/ Weilstetten und 21.03.2020 HC Bremen.