Richard Fleischmann, die Vaterfigur des Allacher Handballs ist gestorben.

Richard Fleischmann kam als 6-jähriger im Jahre 1932 in die Kinderturnabteilung des Arbeitersportvereins „Freie Turnerschaft Allach“, der unter den Nazis verboten wurde. Nach dem Krieg, jetzt unter dem Namen TSV Allach 09, war Richard unter den Ersten, die in den schweren Mangel-Zeiten den Verein wieder aufrichteten. Ein einziger Ball für 3 Mannschaften, Panzer-Tarnnetze als Tornetze, Nazi-Fahnen und Unterhemden wurden „neu eingefärbt“ und als Trikots verwendet. Das waren die Episoden, die Richard über diese Zeit erzählte.

 

In den 50er und 60er Jahren engagierte er sich speziell in der Handballabteilung als Damen- und Jugendtrainer. Er lernte dabei seine Ehefrau Lotte kennen. Und er brachte der talentiertesten Generation des Vereins das Handballspielen bei. Als diese dann 1971 in die Großfeldbundesliga aufstiegen, war dies die Krönung seiner bewundernswerten Aufbauarbeit. Sein Ruf als „Handballexperte mit Herz“ ging weit über den Münchner Vorort im Nordwesten hinaus: er betreute Lehrgänge verschiedener Nationalmannschaften und war bei den Olympischen Spielen 1972 in München verantwortlich für die internationalen Schiedsrichter.  

 

Seinem Heimatverein blieb er aber als Funktionär in vielen Bereichen immer verbunden: U.a. als Technischer Leiter und  Ausschussmitglied. Dem Verein und dem Handballsport blieb er bis zum Schluss gewogen. Seine Zwischenrufe von der Tribüne waren bis zuletzt hochrespektierter Ansporn für die vielen Handball-Enkelgenerationen unten auf dem Platz.

 

Die Aufzählung der Ehrungen, u.a. auch für seine Verdienste für den  Bayerischen Handballverband würden den Rahmen sprengen. 

 

Erwähnt sie hier aber auch sein politisches Engagement. Richard Fleischmann war dienstältestes Mitglied in der SPD Allach-Untermenzing. Geprägt vom Krieg  trat Richard Fleischmann sofort nach der Neugründung der Sektion Allach der Partei bei. Er unterstützte den Ortsverein über viele Jahre aktiv bei Veranstaltungen und Wahlkämpfen. 

 

Wer ihn kannte, wird - über die beschriebenen Lebensstationen hinaus – von Richard Fleischmann immer das Bild einer großen, charismatischen Persönlichkeit vor Augen und im Herzen haben.

 

Hier können Sie den Nachruf der Zeitung "HALLO München" herunterladen.